XXXVI. Gedichte für jeden Tag
11.05.2026
Nachfolge
Wollen wir Jesus Christus verstehen,
müssen wir lernen,
mit ihm durchs Leben gehen.
Lernen,
wie die Jünger lernen mussten,
die Frauen und Männer um ihn her.
Er war überraschend.
Er war eine Herausforderung.
Er war in seiner Liebe immer voraus.
2. Apokalypse: Licht
Weiß
Rot
Schwarz
Blassgrün
Farben, Farben, Farben!
Kristallmeer
Gold
Feuer
Perlenglanz
Regenbogen
Die JohannesApokalypse explodiert von Farben –
Farbexplosionen.
Edelsteine der Macht und Herrlichkeit Gottes.
Himmlisches Jerusalem:
Stadt aus Licht und Edelstein:
Diamant
Rubin
Onyx
Smaragd
Jaspis, Saphir, Chalzedon, Sardonyx, Sarder, Chrysolith, Beryll, Topas, Chrysopras, Hyazinth, Amethyst.
Materie wird Licht.
Lebendiges Licht.
3. Unlogischer Gott
Wir Menschen merken,
in der Wissenschaft,
dass Logik begrenzt ist:
Ein Teilchen ist Welle,
Teilchen A und B weit auseinander, hängen zusammen,
Zeit vergeht je nach Ort unterschiedlich schnell,
Nichts ist nicht nichts,
Leere ist nicht leer.
Materie lebt.
Materie besteht zu 99,9% aus „leeren“ Raum –
also auch Du und Ich und die Wand, an die wir dotzen.
Auch Gott ist in der Logik mancher:
unlogisch.
Aber darum:
falsch?
4. Wörter
Wörter sind Gefäße.
Sie sind zu klein,
um Gott zu erfassen.
Sätze sind Bänder.
Sie sind zu schwach,
um Gott zu binden.
Texte sind Tücher.
Sie sind zu kurz,
um Gott zu umhüllen.
Dennoch,
mein Gott,
sollen wir
von Dir reden,
Dich bekennen.
Anwesend im Wort.
5. Naturwissenschaft
Die Naturwissenschaft fragt.
Sie hat nicht auf alles Antworten.
Gott springt für manche Glaubende
als der große Lückenbüßer ein.
Die Naturwissenschaft fragt.
Jede Antwort öffnet 1000 weitere Fragen.
Gott als der große Lückenbüßer,
wäre der Gott der abertausend Antworten.
Gott wird nicht weiter zurückgedrängt,
wie viele dachten.
Gott wird immens vielfältig,
wie zu denken ist.
Allmacht, Allwissen, Allgegenwart –
sie sind nicht statisch, sondern:
unbeschreibliche, facettenreiche Fülle,
nicht zu verstehende Lebendigkeit.
Es ist eine Freude
Gott zur Sprache bringen zu können,
Gott durch sich handeln zu lassen –
in Jesus Christus.
Amen.
6. Land, Land
Gott hält das Land in seiner Hand.
Weil viele Menschen sich aus seiner Hand entfernen,
stürzt das Land ab.
O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort!
Ruft der Prophet Jeremia
durch die Zeiten hindurch
als Stimme Gottes.
7. Musik-Lärm
Da machte einer in seinem Garten Musik-Lärm.
Ich dachte:
Was für ein Knallkopp.
Er hört nicht das Rascheln des Frühlingswindes in den jungen Blättern.
Er hört nicht das vielfältige Singen der Vögel.
Er hört nicht das Summen, Brummen der Insekten.
Er nimmt die Geräusche der Erde, des Grases nicht wahr –
übertönt von Musik aus der Dose.
Dann wurde ich sanfter:
Vielleicht hat er es nur nicht gelernt,
auf die wahre Schönheit der Geräusche zu achten?
Kein Knallkopp ! – nur ein armer Mensch,
der nicht gelernt hat,
Gottes wunderbare Schöpfung zu achten,
ihr Geplauder und ihren Gesang wahrzunehmen.
8. Gott erfassen
Gott ist im Herzen,
Gott ist im Denken,
Gott ist im Tun.
Aber wie beschreib ich ihn?
Aber wie kann ich ihn erfassen?
Die Wörter, die Sprache versagen.
Wie kann ich das Universum erfassen
trotz der wunderschönen kolorierten NASA-Bilder?
Kann ich verstehen:
die Erde dreht sich mit der Sonne
spiralenförmig in und mit unserer Galaxie,
in einem weiten mit Energie gefüllten All?
Wie kann ich die Zellen erfassen,
ich lebe durch sie, milliardenfach,
komplexe Vorgänge, unermüdlich,
ich spüre sie nicht, ich sehe sie nicht –
nur wenn etwas nicht funktioniert,
ahne ich undurchschaubare Vorgänge.
Wie kann ich Leben erfassen,
ich sehe es in vielen, vielen Formen.
Wie Materie sich reproduziert,
aber verstehe ich wirklich?
Verstehe ich das Erfassen der Welt,
die neuen Welten durch das Denken?
Gott ist im Herzen,
Gott ist im Denken,
Gott ist im Tun.
Ich muss ihn nicht begreifen.
Er erfasst sich selbst in mir.
Große Dankbarkeit wächst.
9. Götzen
So manche Menschen
wenden sich ab, weg
von lieblosen Götzen,
hin zum liebenden Gott.
Menschen können auch
den liebenden Gott,
Gott in Jesus Christus,
zum lieblosen Götzen machen.
10. FrühlingssonnenDank
In der warmen Frühlingssonne,
Sonne spielt mit Blättern Schatten,
Wind umspielt Haar und Haut,
Vögel zwitschern, Insekten brummen –
dem Schöpfer sei genießender Dank!
Bei Menschen,
die dem Schöpfer nicht glauben,
danken die Sinne,
ohne dass ihr Hirn es merkt,
ohne dass ihr Hirn es will?
11. Licht der Welt
Ihr seid das Licht der Welt.
Licht durchdringt Finsternis.
Licht lässt Finsternis erkennen.
Kultur des Lebens vertreten
mit lebendiger Freude,
nicht mit Tristesse,
ohne Finsternisecken im Herzen.
12. Menschen
Menschen sind komische Wesen.
Dass Gott Menschen liebt ist noch sonderbarer.
Ich kann Menschen verstehen,
die sich selbst –
und vor allem andere –
nur resigniert-sarkastisch beurteilen können.
Aber weil Gott uns Menschen liebt,
fordert er uns auf,
es ihm gleich zu tun.
13. Weg – Wahrheit – Leben
Jesus Christus ist
der Weg,
die Wahrheit,
das Leben.
(Johannes 14,6)
Ob das noch alle unterschreiben,
die sich nach Christus Christen nennen?
Ohne Wenn und Aber?
14. Der Prophet sagt (Jesaja 40)
Der Prophet sagt:
Nein, Leute, nein!
Lasst euch nicht unterkriegen!
Ihr habt eine Entscheidungsmöglichkeit.
Ihr könnt euch natürlich einfach von dem bösen, den heftigen Wellen des Lebens unterkriegen überfluten lassen.
Das geht ganz einfach.
Aber: Ihr könnt euch auch dafür entscheiden, zu Gott aufzublicken.
Die üblen Lebensfluten sind keine unentrinnbaren Mächte –
schaut auf, schaut auf Gott!
Was euch auch immer passiert,
Ihr habt mit diesem Gotteswort die Möglichkeit,
euch zu entscheiden.
Für Gott. Für die Hoffnung. Für das Leben.
15. Christus – das Licht
Wie schön,
sind Frühlingssonne
und Frühlingswind
auf der Haut.
Da kann jeder Diogenes verstehen,
der sagte zum großen Herrscher Alexander,
als der Schattenwerfer sagte: Wünsch dir was:
Geh mir aus der Sonne.
Christlich weiter geführt: Christus das Licht.
Zwischen Christus der Sonne und mir
hat ein Herrscher nichts zu suchen.
Auch kein kleiner Herrscher.
16. Schöpfung
Wie schön ist die Schöpfung
Wir können uns hineinträumen
mit Filmen, mit Bildern,
Erinnerung – einfach so.
Wenn wir bettlägrig sind,
wenn das Augenlicht schwindet,
wenn der Beruf uns fesselt,
müde Bequemlichkeit uns umgarnt –
ein wenig Himmel weht durchs Fenster,
Baumblatt winkt herein,
Blume duftet aus der Vase,
Vogelgesang durchdringt die Mauer,
ein verirrtes Insekt in der Wohnung,
rauschendes Meer dringt in den Traum –
kleine Grüße
der großen Schöpfung,
kleine Grüße
unsres Schöpfers.
17. Gott im Alltag
Wie sollen andere Menschen
zu Gott finden,
wenn Christen ihn
nicht mit ihrem Alltag bekennen?
18. Sich gehen lassen
Sich gehen lassen,
die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen,
das nimmt vermutlich in dem Maße zu,
in dem der christliche Glaube abnimmt.
19. Wachstumsschmerzen
Hat man als Jugendlicher körperliche Schmerzen,
heißt es: das sind Wachstumsschmerzen.
Diese Wachstumsschmerzen gibt es auch im Glauben.
Hat man als alter Mensch körperliche Schmerzen,
sind es dann auch Wachstumsschmerzen?
Vorbereitend wachsen zu Gott, dem Herrn?
20. Gebet
Gebet bedeutet nicht,
dass man nur etwas bekommen mag.
Gebet bedeutet auch,
dass man etwas verliert:
Angst, Undankbarkeit, IchSucht, Unruhe.
Damit bedeutet Gebet auch:
Gottes Geist lehrt mich sehen:
mich selbst und die Menschen
in einem neuen Licht.
21. Dunkelheit
Dunkelheit
ist die Abwesenheit von Licht.
Nicht nur.
Dunkelheit ist abhängig vom Gefühl.
Dunkelheit kann Finsternis pur sein.
In Dunkelheit kann Hoffnung schimmern.
In Dunkelheit kann Licht leuchten,
schwach, stark – danke, mein Gott.
Augen öffnen –
des Herzens, des Verstandes.
Dunkelheit
ist abhängig von meinem Gefühl und Glauben.
22. Rastlosigkeit
In der Rastlosigkeit – Ruhe
und Mut zur Ruhe.
In dem Unfrieden – Frieden
und Mut zum Frieden.
In der Traurigkeit – Freude
und Mut zur Freude.
In Gefangenschaft – Freiheit
und Mut zur Freiheit.
In Finsternis – Licht
und Mut zum Licht.
In Gottlosigkeit – Gott
und Mut zu Gott.
23. Gewissheit
Ich bin gewiss:
Wenn wir unseren Verstand,
unsere Vernunft,
unser Herz,
unsere Seele,
das heißt: uns selbst
ganz Gott öffnen,
dann handelt er auch
in unserem Denken,
und unserem Verstand,
im Fühlen,
in der Intuition,
in Erfahrungen.
Kurz – metaphorisch:
Wenn wir auf ihn sehen,
hören wir ihn reden;
wenn wir auf ihn hören,
können wir ihn sehen.
24. Christus verlassen
Es ist sonderbar,
dass manche Christus verlassen,
wegen der Verräter und Versager.
Anstatt sich um ihn zu scharen.
Manche bleiben und blühen,
auch wenn sie belastet werden,
denn Christus ist der Mittelpunkt,
er ist der Ausgangspunkt und das Ziel.
25. Ostern
Ostern – Osten – Licht
Gott bekämpft Strukturen
Strukturen des Todes,
Strukturen der Kultur des Todes.
Kommende:
Auferstehung – Auferweckung – Licht und Leben.
Auferstehung – Auferweckung – Licht und Leben:
Jetzt.
26. Regeln
Gott setzt Regeln.
Genesis 2,
10 Gebote,
Vorgaben der Propheten Gottes,
Worte Jesu: i-Tüpfelchen. (1)
Voraussetzungen
für:
Freiheit,
für:
verantwortliches Handeln,
für:
verantwortetes Vergehen,
für:
Verantwortung tragen.
(1) Matthäus 5-7; Zusammenfassung des Gesetzes: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.
27. Feste
Christliche Feste
drehen sich nicht um die Frage:
Was muss ich Gott Gutes tun,
was muss ich tun, um Gott zu gefallen,
welche Gesetze und Regeln muss ich einhalten?
Christlichen Festen geht es um eins:
Freudige Dankbarkeit für das,
was Gott den Menschen tut.
Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten:
Gott handelt zum Guten des Menschen.
Gott ist nicht fern – er wird Mensch.
Gott schenkt liebend Vergebung.
Gott schenkt ewiges Leben.
Gott schenkt Neubeginn im irdischen Leben.
Das annehmen. Einfach annehmen!
28. Auferstehung
Auferstehung,
Auferweckung:
Kaum zu glauben –
weil historisch einmalig.
Was historisch einmalig ist –
das halten wir nicht aus.
Ist Mindblowing.
Darum: Unglaubwürdig.
Wir fesseln Gott
an unsere Vorstellungen und sagen:
Kaum zu glauben –
weil einmalig.
Bis dann!
In Gottes Herrlichkeit und Reich.
30. Gott durchbricht
Gott durchbricht
mit der Auferweckung von Jesus Christus
die Todesverfallenheit.
Menschen ahnten es
in vielen Religionen,
dass es etwas gibt,
das weiterzuleben bedeutet.
In Christus zeigt Gott uns:
was über das Ahnen hinausgeht.
Jesus Christus lebt –
wir leben mit ihm.
Gott durchbricht
mit der Auferstehung von Jesus Christus
die Kultur des Todes:
Wir dürfen schon im Leben auferstehen
zu einer Kultur des Lebens.
Nicht Trauer, Resignation, Niedergang,
nicht üble Grenzen beherrschen uns:
Wir durchbrechen die Grenzen
mit der frohen Botschaft von Gott,
er will, dass wir in seinem Sinne leben.
In Schwachheit stark,
die Hoffnung ist nicht leer,
unvollkommene Liebe ist wertvoll.
31. Ostern
Ostern:
Gott
schenkt
Leben.
Crazy, verrückt:
Auferweckung.
Weird, sonderbar:
Gott.
Crazy, verrückt:
Leben.
Weird, sonderbar:
Existenz.
Ostern:
Gott
schenkt
Leben.
32. Karfreitag
Für mich muss keiner sterben.
Ich stehe für das ein,
was ich angestellt habe.
Wer bekennt,
dass Jesus Christus für mich gestorben ist,
steht für das ein, der er war und ist.
Er erkennt und merkt:
Ich versuche für mich einzustehen,
was mich von Gott und Mensch trennt,
bekomme ich selbst nicht in den Griff,
es übersteigt meine Kräfte –
überhaupt mein Verstehen.
Die Tiefenpsychologie lehrt:
Der Mensch ist nicht Herr in seinem Haus:
Ich verstehe mich nicht vollständig.
Der christliche Glaube lehrt:
Der Mensch ist nicht Herr in seinem Haus:
Was ich nicht verstehe:
Die Unermesslichkeit der Sünde.
Verstehe ich das,
verstehe ich auch:
Die Unermesslichkeit der Liebe Gottes.
33. Karfreitag
Politik in der grausamsten Form:
kalte erhitzte Vernichtung des Menschen,
blindwütig barbarische Beseitigung Gottes.
Bösartig, Lust an Erniedrigung und Zerstörung.
Gut gemeint, manchmal, zum Wohl der Menschen,
im Namen von Gottheiten und Antigottheiten,
im Namen menschlicher Arroganz und Macht.