1. Schwalben-Himmel

Der Himmel gehört den Schwalben.
Am Himmel stört sie nichts.
Sie haben pure Freiheit,
lichte Luft, trinken unendlich Himmelsblau.

2. Glauben ablehnen

Menschen möchten nicht gerne daran erinnert werden,
dass sie Schuld begangen haben, dass sie Sünder sind.
– Keine Angst! Gott vergibt! –
Menschen möchten gar nicht gern daran erinnert werden,
dass sie sterben müssen – und was soll das: auferstehn.
– Keine Angst! Gott schenkt Leben! –

Da sein und dann weg – das ist der Traum –
aber nicht darüber nachdenken, Zeit verschenken.

Menschen möchten nicht daran erinnert werden,
dass sie sich und ihr Leben verantworten müssen.
– Keine Angst! Gott schenkt Lieben! –
Menschen möchten gar nicht gern daran erinnert werden,
dass sie nicht sind ihr eigener Herr, sondern der liebende Richter: Gott.
– Keine Angst! Gott schenkt dich dir! –

Da sein und dann weg – das ist der Traum –
weg als Sternenstaub, als Geist, eingegangen in Wurm und Baum.

Menschen möchten nicht daran erinnert werden,
dass letztendlich dieser Traum nichts zählt,
denn Gott regiert die Welt.

3. Schöpfung

Im Glauben sehen wir die Schöpfung an
und gewahren dahinter den Schöpfer.
Im Glauben sehen wir die Schöpfung an
und gewahren darin den Erhalter.

Doch stop!

Unser Blick bleibt an der Schöpfung hängen,
kein Schöpfer, kein Erhalter ist zu erkennen.
Nur Kampf und Leid, nur Hunger und Not,
Hunger nach Leben, nach Überleben, nach Segen.

O Gott,

unser Blick verkrampft sich in uns zurück,
vereinsamt, erblindet Stück für Stück!
Spüren wir nicht ein ahnendes Wehen,
hebt den Schöpfungs-Schleier, lässt uns wieder sehen?

4. Gott spricht

Gott spricht.
Ein leiser, wundersamer Klang ist sein Wort.
Die lauten Klänge dieser Welt,
wehen Gottes Klänge fort.
Im Stillen
vernehmen wir Gottes Willen.
Doch auch, wenn wir Menschen leiden sehn
und nicht an ihm vorübergehn.

5. Glaubensworte

Die Glaubensworte,
die ich schreibe,
sind zu schwer
für meine Hand.
Zitternd entgleist der Sinn.
Darum tippe ich sie.

Die Glaubensworte
Zu sprechen,
ist manchmal zu schwer.
Darum schreib ich sie auf,
damit ihr Gewicht mich trägt.

6. Gottes Herrlichkeit

Wenn schon Schönheit sprachlos macht
und Ergriffenheit den Atem stockt,
wie viel mehr die Herrlichkeit
Tränen in die Augen treibt
und in unzähligem Glitzern die Seele wachsen lässt.

7. Fürchte dich nicht

Gott nicht kennen,
aber sein Engel-Wort
Fürchte dich nicht!
berührt mich und erhebt.

Sein großes Engel-Wort
Fürchte dich nicht!,
helle Freude klingt an,
erfüllt behutsam mit ersehnter Liebe,
birgt mich in warme Geborgenheit
umhüllt meine Seele mit Frieden.
Fürchte dich nicht!,
sein großes Engel-Wort.

Gott nicht kennen?
In seinem Engel-Wort
Fürchte dich nicht!
strahlt uns Gottes Jesus-Licht. 

8. Glaube überwunden

Der Glaube überwindet die Welt.
Häufiger dürfte sein:
Die Welt überwindet den Glauben.

Der Mensch passt sich dem Gotteswort an.
Häufiger dürfte sein:
Er passt das Gotteswort seinen Vorstellungen an.

Bevor er sich selbst als Sünder sieht,
sieht er Gottes Wort als sündig an,
da es seine Lebenskreise stört.

Der kleine Mensch, fühlt sich ganz groß.
Mittelpunkt der Welt, bis ihn packt der Tod.
Dann ist er Nichts. Wenn Gott ihn nicht holt.

9. Schrei

Alle Wesen in der Nahrungskette des Verderbens
schreien nach Erlösung, nach Befreiung,
verfolgt, bedroht, verängstigt, überwältigt.

Alle Wesen am Ende der Nahrungskette,
schreien nach Erlösung, nach Befreiung,
von Fesseln der Schuld, voller Mitleid und selbst im Leid.

Dann sehen sie Gott-Baby liegen,
abhängig, bedroht, verfolgt, ganz unten.
Sein Lächeln verheißt ersehnte Erlösung.

O Gott! Wir sehen, wir warten, wir hoffen,
trunken von Deinem Liebes-Blick jubeln wir auf,
geborgen in deiner Liebes-Hand – Erzittern in Freude.

*

10. Wenn ich gestorben bin

Wenn ich gestorben bin
und du die Sterne siehst, 
denk nicht, ich sei dort. 

Wenn ich gestorben bin 
und du mich in Träumen siehst, 
denk nicht, ich sei da. 

Wenn ich gestorben bin 
und du die Bäume siehst, 
denk nicht, ich sei ihre Kraft. 

Wenn ich gestorben bin 
und du von Christus hörst, 
dann wisse: lch bin in Ihm.

Ich bin in Ihm,
ich bin in dem, dem Stern,
Träume und Bäume gehörn. 

11. Lächeln Gottes

Auf den Schwingen des Glaubens,
mit Hirten und Weisen zur Krippe gehn
und tief im Gottes-Baby-Blick
das zusagende Lächeln Gottes sehen.

12. Mensch sagt

Mensch sagt:

Leiden lässt leiden.
Leiden hat große Macht.
Leiden hat viele Sklaven.
Ich verweigere dem Leiden
Macht über mich zu haben,
so viel Sklavenhalter-Macht,
mich von Gott abzudrängen.
Ich folge nicht dem Leiden.
Ich folge Jesus Christus.
Vielleicht ins Leiden.

13. Fürchte dich nicht

Gott kennt uns.
Gott benennt uns.
Wir gehören Gott.

Wir gehören Gott,
der uns erlöst,
der uns befreit.

In Ewigkeit.
Fürchte dich nicht.

14. Jesus Christus – das Fundament

Haben wir Angst, dann müssen wir nicht kopflos werden:
Jesus Christus ist unser Fundament.

Versagen wir, müssen wir nicht haltlos werden:
Jesus Christus ist unser Fundament.

Fallen wir in Verzweiflung, müssen wir nicht am Boden bleiben:
Jesus Christus ist unser Fundament, wir können nicht tiefer fallen als auf ihn.

Gähnt uns die Dunkelheit an und denken wir, alles sei sinnlos:
Jesus Christus ist das Fundament, auf das wir bauen können.

Er trägt uns durch Not hinweg,
er legt uns seine Hand auf, wenn Schmerzen kommen,
er richtet unser Haupt auf, wenn wir erniedrigt werden,
er führt uns ins ewige Leben, in das Leben mit ihm.

Er, er, immer er.

15. Mensch sinnt nach

Wenn man im Gras liegt, den am strahlenblauen Himmel ziehenden Wolken nachschaut
beginnt man nachzusinnen,
Wolken entführen die Gedanken von hier nach da, weltweites Sehnen.

Wenn man die Sterne durch plastische Schwärze des Himmels blinken sieht, silber oder golden,
beginnt man nachzusinnen,
Sterne führen uns himmelwärts – durch Lichtpunkte durchlöcherte Finsternis.

Wenn man am Strand sitzt und von den ständig kommenden und gehenden Wellen berauscht wird,
beginnt man nachzusinnen,
Wellen führen in fließende Zeiten und alte Ewigkeiten.

Wenn man mit dem Schiff über das tiefe, dunkelgrüne Wasser fährt,
beginnt man nachzusinnen,
Sehnsucht nach eiskaltem Abgrund tiefen Schlafes tut sich auf.

Wenn man sich in das prasselnde, züngelnde, ständig die Farbe wechselnde Feuer der Zweige und Äste vertieft,
beginnt man nachzusinnen,
Feuer melancholieren die erwärmte Seele zum Träumen mit dem Du.

Wenn in der Ferne die hohen Berge mit der Schneekappe majestätisch herrschen,
beginnt man nachzusinnen,
die Kleinheit des Menschen, die Weite lichtdurchfluteter erhabener Welt.

Wenn die Herbstbäume in vielen Farben triefend den Nebel sanft durchstrahlen,
beginnt man nachzusinnen,
die Vergänglichkeit, Vergänglichkeit, die wundersame schön ergreifende Vergänglichkeit.

Was ist es, das uns so berührt,
unsre Sinne so tief in die Schöpfung hinein entführt?

16. Gottes Geist

Gottes Geist
entflammt mich mit
wehenden Wassern.