Seit Jahren habe ich auf Tumblr einen Blog, den ich mit den religiösen Texten aus dem Ansichtsblog bestücke: http://blumenwieserich.tumblr.com/ und https://blog.wolfgangfenske.de/. Verbunden mit den Bildern.

Die Texte möchte ich nach und nach hier zugänglich machen. Immer wenn ein wenig Zeit es mir erlaubt. Die neueren Texte werden voran gestellt, die alten Texte werden hinten angestellt.

*

Kluge Menschen

Der Evangelist Johannes berichtet: Jesus Christus hat ein unheimliches Wunder getan: Er hat einen Menschen von den Toten auferweckt (Johannes 11).

Als die Gegner Jesu von Informanten hörten,
dass er ein solches Werk getan habe,
glaubten sie ihnen, dass er es getan hat.
Aber sie nahmen das Wunder zum Anlass,
brutal Jesu Beseitigung zu planen.

Sie hatten Angst vor den Herrschern.
Die Angst vor den Mächtigen war größer,
als der Versuch, die Tat zu begreifen.
Sie hatten Angst vor Machtverlust.
Die Angst vor dem Machtverlust war größer,
als das Anerkennen von Jesus, dem Christus.

Jesus Christus hat einen Menschen vom Tod ins Leben geholt.
Das war Anlass der Gegner, Christus aus dem Leben in den Tod zu hämmern,
berichtet uns der Evangelist Johannes.

Doch haben sie in all ihrer Klugheit
nicht mit Gottes Liebe gerechnet.

Stein des Anstoßes

Jesus Christus – ein Stein des Anstoßes.

Wir machen ihn heute vielfach zum Handschmeichler.

Glaube – Gottes Spur

Glaube ist eine weitere Spur Gottes.
Glaube bedeutet:
Vertrauen,
Liebe Gottes und zu Gott im Herzen spüren,
die Gewissheit haben, dass Gott da ist –
eine Gewissheit, die in Jesus Christus begründet ist -,
dass Gott mir nah ist, in der Welt (auch durch mich) aktiv ist.
Gewissheit selbst dann, wenn sie mir wie ein Hauch entweicht:
Auch die Sehnsucht nach Gott ist die Gewissheit des Glaubens.

Dieser Glaube durchdringt all die Spuren Gottes,
die Glaubende in der Welt sehen –
bis hin zum persönlichen Leben.
Der Glaube durchdringt Interpretationen
von guten und schlimmen Erlebnissen,
von schrecklichen und wunderbaren Erfahrungen,
rätselhaftem Schicksal,
glücklichem Zufall.

Glaube lässt standhalten,
auch wenn Menschen zu Boden geworfen wurden.
Glaube lässt zu Gott aufblicken,
auch wenn wir erniedrigt wurden und uns selbst erniedrigt haben.
Glaube lässt Wege suchen
aus den vermeintlichen Lebensfallen,
Glaube lässt Wege suchen,
wenn wir verirrt sind auf unseren Irrwegen.

Angespornt von der Liebe Gottes zu uns –
angespornt von unserer Liebe zu Gott.

Gottes Spur

Christen erkennen Gottes Spur in Vielem in der Welt.
Gott selbst ist bekanntlich nicht erkennbar,
es übersteigt unsere geschöpfliche Fähigkeit, ihn wahrzunehmen,
oder wissenschaftlich gesagt:
unser evolutionär entwickeltes tierisches Hirn ist zu eng und selbstzentriert,
um Gott, den Schöpfer, logisch fassen zu können.

Kann die Kirche Gottes Spur sein, die doch so neben der Spur ist?
Ja, denn wir sehen hinter ihr den Willen Gottes wirken,
den Menschen zum Trotz mit diesen Menschen.

Kann die Schöpfung Gottes Spur sein, die doch so grausam ist?
Ja, denn wir sehen hinter ihr den guten Willen Gottes wirken,
den Menschen zum Trotz mit diesen Menschen.

Kann die Schöpfung Gottes Spur sein, die doch so grausam ist?
Ja, denn wir sehen hinter ihr den Willen Gottes wirken,
immer wieder alles Ungleichgewicht in Schönheit zu ordnen.

Können die Sakramente Gottes Spur sein, die doch so unscheinbar sind?
Ja, denn wir spüren in der Gabe des Geistes, in der Gabe von Jesus
logisch unfassbar! Jesus Christus selbst.

Christen erkennen Gottes Spur in Vielem in der Welt.
Dazu benötigen wir den Geist Gottes,
der uns die Augen für Gottes Spur öffnet,
der uns die Sinne für Gottes Spur öffnet,
der uns das denkende Wahrnehmen für Gottes Spur öffnet,
der in uns die Sehnsucht nach Gott groß werden lässt.

Tod nicht fürchten

Tod gewiss nicht fürchten, Glaubende!
Aber das Sterben nicht unterschätzen, klein reden, wegdenken.
Tod ist und bleibt der Riss – weg vom Bekannten,
Tod ist und bleibt der Riss – weg von den Lieben,
Tod ist und bleibt der Riss – weg vom Vertrauten,
Tod ist und bleibt der Riss – weg von der Selbstbestimmung
Tod ist und bleibt der Riss – weg von Wärme, Licht und Leben,
Tod ist und bleibt der Riss – Schmerzen, Tränen, Trauer, Fragen.
Tod dennoch nicht fürchten.
Der Tod ist und bleibt ein Riss – ein Lösen – ein irres Wirbeln –
wie ein Löwenzahnschirmchen hinein in Gottes Schöpferhand.

Glaube

Der Glaube an den liebenden Gott,
der uns das ewige Leben schenken möchte,
hilft uns das zeitliche Leben auf der Erde
unverkrampfter, freier, intensiver zu leben.
Wir können durchatmen, jetzt schon durchatmen
und aufschauend die frische Luft Gottes in uns aufnehmen.

Subversive Christen

Subversive Christen:
das Kreuz Zeichen der Niederlage
ist ein Zeichen des Sieges;
das Zeichen des Todes
wird zum Zeichen des Lebens;
das Zeichen der Niedertracht
wird zum Zeichen der Liebe;
das Zeichen des Schmerzes
wird zur Gesundung;
das Zeichen der Gottverlassenheit
wird zum Zeichen der Gotteskraft;
das Zeichen der Ratlosigkeit
bringt wunderbare Gewissheit;
das Schweigen Gottes
führt zur herrlichen Antwort.
Das Kreuz durchbricht die Kultur des Todes.

Warum, Gott?

Warum, Gott, warum?
Weil ich ohne Gott im Leben zurechtkommen möchte,
habe ich nun die Gelegenheit es zu ändern?
Glaubende versuchen in Gottes Hand herauszufinden:
Warum, mein Gott?
In Gottes Hand verebbt die Frage, ruht an Gottes Herz.

Sich ändern

Vor langer Zeit las ich einmal sinngemäß (Hannah Whitall Smith?):

Wir bitten Gott,
unsere Situation zu ändern.
Dabei stellt er uns in diese Situation,
damit wir uns in seinem Sinne ändern.

Fliegende Flüsse

Ein spannendes Thema! Naturkreisläufe faszinieren mich immer wieder. Wie das alles so aufeinander abgestimmt ist – und wenn etwas durcheinander gerät – bilden sich langsam aber sicher neue Kreisläufe. Schöpfung ist lebendig. Nicht starr. Über viele Jahre hinweg bildet sich alles neu und um. Wir Menschen kapieren es mit unseren paar Lebensjahren nicht so richtig und wollen am liebsten, dass alles immer so bleibt wie es ist. Aber Schöpfung / Natur ist – ich wiederhole mich, weil es so wunderbar ist – lebendig!

Aufgabe

Jesus wollte bekanntlich keine neue Religion gründen.
Er wollte Menschen zu Gott führen und damit zum Mitmenschen.
Dazu gehört: Unmenschlichkeiten und Unrecht anzugreifen,
dazu gehört: Frieden stiftend mit Menschen umzugehen.
Beides gehört zusammen: Gott lieben und den Nächsten.
Das ist die Aufgabe der Kirchen. Das ist die Aufgabe. Das.

Gott anbeten

Wer Gott anbetet,
wirklich Gott anbetet,
scheut davor zurück,
Menschen anzubeten,
sich ihnen zu unterwerfen,
weigert sich vehement,
sich Weltanschauungen zu beugen.

Wer Gott anbetet,
unterwirft sich nicht Ängsten,
unterwirft sich nicht Ungewissheiten,
lässt das schwankende Herz
von Gottes Kraft stärken,
lässt die aufgescheuchte Seele
von Gottes Licht durchdringen.

Wer Gott anbetet,
wirklich Gott anbetet,
gehört nur Gott.
Gott allein.
Mein Gott,
hilf!

Keine Entschuldigung

Wir benötigen gute Entschuldigungen,
um unser Leben nicht im Sinne Gottes verändern zu müssen.
Da wir keine haben, denken wir lieber nicht weiter darüber nach.

Herumirren

Jesus bekam Mitleid: Menschen waren wie herumirrende Schafe.

Viele Schafe wollen keinen Hirten.
Sie irren lieber überall herum,
den Hirten verspottend und verlachend –
tief im Herzen schwer verwundet,
voller Sehnsucht nach dem guten Hirten.

Tod und Leben

Was ist mächtiger als der Tod?
Die Liebe Gottes
liebt dich und mich
ins ewige Leben.

Gebildet

Wer philosophisch und vor allem religiös gebildet ist, lernt mit Hilfe der Vorfahren manches in Leben und Welt besser zu durchschauen.

Jesus Christus und die Freiheit

Die Macht Jesu Christi dient in Lehre und Tat der Befreiung des Menschen. Die Ohnmacht im Leiden und am Kreuz dienen der Befreiung des Menschen.

Wenn Gott sieht, wie sehr der Mensch Befreiung nötig hat, wie gefesselt, wie unfrei ist dann der unwissende Mensch.

Heute ist Reformationstag. Tag der Erinnerung an Gottes Gnade – Befreiung. Doch medial wird auf allen Kanälen der Tod gefeiert. Zeichen für Fesselung.

Wissen

Möglichst viel über Gott wissen wollen – ist gut.
Es genügt nicht.
Besser ist es, sich Gott öffnen.
Ergriffen von Gott wissen wir mehr.

Würde

Jesus zeigt mit dem Leben und lehrt,

was das heißt, dass der Mensch Ebenbild Gottes ist,

was es bedeutet: Jeder Mensch hat Würde.

Bibel

Die Bibel ist ein Lichtspalt,
aus der das Licht der Welt Gottes
zu uns durchdringen kann.

Wissenschaft

Das ist eben Wissenschaft: Neue Beobachtungen führen zu neuen Fragen. Alte Antworten können vertieft werden – oder ins Schwarze Loch geworfen werden. Das ist doch spannend. Und das betrifft ganz viel: Wer sind wir Menschen? Wer ist Gott? Wir Menschen als Ebenbild Gottes, die Schöpfung als Werk Gottes sind eben rätselhaft und spannend wie Gott selbst.

Wichtig

Vieles, das uns wichtig war,
fließt den Fluss der Geschichte hinab.
Was uns wichtig war, wird zerschlagen,
wird geschlagen aus den Händen.
Wirr rennen wir Wege,
irrend herum in der Weltgeschichte.
Manche schreien: dieser Weg!
Andere kreischen: Nein, dieser hier!
Und wieder andere resigniert: Lasst uns bleiben!

Gott, willst Du uns lehren,
was wirklich wichtig ist?
Aber können wir lernen?
Wir sind doch so töricht!
Wir schreien – statt zu hören.
Statt auf dich zu hören, schreien wir herum.
Betäubt vom eigenen Schrill.
Lehre uns hören, Herr, lehre uns hören.

Vergeht

Alles vergeht.
Auch der Glauben
geht hinüber –
ins Gott-Schauen.

Schönheit

Schönheit.
Wandern.

Natur anschauen.
Natur inhalieren, auf der Haut spüren.

Dann passt kein Blatt mehr
zwischen Schöpfung und dem Ich.

Gemalt-getan

Ein auf dem Blatt Papier gemaltes Haus ist kein Haus.
Es sind nur ein paar gemalte Striche.
Wenn ein Architekt ein Haus auf ein Blatt Papier malt,
dann wird es durch Handwerker zum Haus.
Die Zeichnungen des Architekten sind kein Haus,
aber ohne diese baut der Handwerker keines.
Ohne den Handwerker bleiben es nur Zeichnungen.
Die Zeichen, die Gott durch Menschen in der Bibel auf Papier gemalt hat,
die wollen durch Menschen umgesetzt werden.
Ohne dieses Wort können Menschen nicht göttlich handeln.
Aber ohne dich, Mensch, bleiben es nur aufgezeichnete Wörter.

Gott spricht

„Ich will, dass Gott zu mir spricht,
dann weiß ich, dass es ihn gibt!“

Wenn Menschen Gott sprechen hören
sind damit Aufträge verbunden.
Selten angenehme, dafür gefährlich.
Lernen wir aus der Bibel.
Bereit dazu?

2030

Alles ist fixiert auf 2030.
Nicht darauf,
dass wir dann auf 2000 Jahre Hinrichtung und Auferstehung Jesu bzw. Geburtstag der Kirche zurückblicken.
Es ist ein politisches Datum.
Willkürlich gesetzt: 2030 – magische Zahl: Veränderung, Weltverbesserung, Rettung!
Doch dann bemerken wir heute, dass wir die Zukunft nicht im Griff haben.
Wir haben nicht einmal die Gegenwart im Griff.
Wir rätseln über Lösungen, taumeln verschiedene Wege entlang.
Verzweifelt versucht man, an der magischen 2030 festzuhalten.
Die Arroganz des Menschen, der meint, er habe die Zukunft in der Hand –
diesem Menschen zerbröselt soeben die Gegenwart in den Händen.
Wir haben die Demut verlernt. Die Demut angesichts dessen, was größer ist als wir:
die Zukunft und die Gegenwart. Auch die Vergangenheit. Ja, auch die.

Unzufrieden

Manche Menschen, die mit ihrem Leben unzufrieden sind,
machen häufig andere für ihr – aus ihrer Sicht – verkorkstes Leben verantwortlich:
Eltern, Partner, Lehrer, Kinder, Pfarrer… – wer auch immer gerade im Blick ist.

Ganz unsensibel möchte ich sagen, wissend, dass es bei jedem Menschen anders ist:
Sie sollten versuchen, für ihr Leben selbst Verantwortung zu übernehmen,
sie sollten versuchen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Mit anderer Menschen und Gottes Hilfe.

Vielleicht brauchen sie auch nur einfach eine neue Perspektive,
um ihr Leben neu sehen zu lernen:
Geliebt von Gott.
Geliebt einen neuen Weg gehen.
Versöhnt mit dem alten Leben.
Und mit Gottes Hilfe: vergeben –
um sich selbst nicht an andere zu fesseln.

Gott und Mensch

Gott und Mensch, Mensch und Gott
wurden zusammen gedacht.
Wenn Gott für tot erklärt wird,
stirbt auch der Mensch,
nachdem er sich zum Übermenschen aufgebläht hat:

Soweit sind wir jedoch nicht.
Jesus sagte: Ihr seid das Salz der Erde,
ihr seid das Licht der Welt.
Solange das für ein paar Menschen gilt,
solange gibt es Menschen.
Gott sowieso.

Unzulänglich

Die eigene Unzulänglichkeit
gelassen Gott übergeben –
puh, ist das schwer.
Gott schenke Kraft dazu
und Gelassenheit.

Frei

Der Mensch ist frei.
Ausgeliefert ist er den wirtschaftlichen Interessen
und gesellschaftspolitischen Machtstrukturen.
Soziologie und Psychologie durchschauen ihn –
so wird er von Menschen nach Hü und Hott gelenkt,
der Mensch meint, er sei frei.

Wenn der Schöpfer den Menschen lenkt,
der Erhalter, dem sich der Mensch verdankt,
der Vollender, der den Menschen zu sich hin erschuf,
ist der Mensch wirklich frei, Freiheit zu lernen.

Sturm

Wir wünschen immer,
dass der Sturm vorübergehe.
Aber unter Gottes Schutz
im Regen leben lernen.
Auch ohne Schirm.

Einheit der Kirche

Beten für die Einheit der Kirche
in ihren jeweiligen Besonderheiten.

Gottlos

Der gottlose Mensch,
Erfindung der Neuzeit.
Auch sie wird veralten.

Christus nicht verstehen

Manchmal verstehen wir Jesus Christus nicht.
Wenn es uns schlecht geht, wir nicht weiter wissen.
Aber wir fühlen uns im näher als jemals sonst.
Wir lehnen uns an seine Liebe an,
gehen gestärkt an seiner Hand,
seine Wärme durchpulst uns.
Wir verstehen nicht.
Warum auch?
Er ist da.

Von Gott sprechen

Das Sprechen von Gott – ist nicht Gott.
Das Sprechen von Gott – wie alles Sprechen – sind einfach nur Laute.
Die Worte werden auch in anderen Zusammenhängen verwendet:
Gott liebt dich.
Liebe – dich – in wie vielen unterschiedlichen Zusammenhängen werden sie genannt.

Aber dennoch:
Gott will im Wort, das der Geist Gottes gibt, Ereignis werden.
Mit seinem Allerweltswort will er den keimenden Samen legen.
Aufgegangen bewegt das Wort Herzen, Gedanken, Hände, Füße.
Gott liebt dich.
Die Worte in vielen Zusammenhängen gesprochen – werden jetzt ganz besonders.
Sie werden zu:
Gott liebt mich!

Glaubende

Glaubende gehören zum Leib Christi.
Sie sind in Jesus Christus eine Einheit.
Wir haben das Gebet individualisiert: Ich, ich, ich.

Aber auch unser persönliches Gebet
sollte ein Ausdruck dieser Einheit
in Jesus Christus sein.

Das Vater-Unser lehrt es uns:
Gemeinsam sprechen wir
persönliche Probleme an:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Taten

Es ist nicht in erster Linie wesentlich,
was die Kirchen für die Menschheit getan haben und tun.
Wesentlicher ist,
was Gott für die Menschen in Jesus Christus getan hat
und durch seinen Geist heute tut.

Wir können es oft nicht sehen,
wir können es nicht alle sehen,
weil vielen nicht nur die Zukunft
weitgehend versperrt ist.
Auch die Vergangenheit,
selbst die Gegenwart
haben wir nicht vollständig im Blick.

Aber er ist am Wirken.
Wie unter den bald herabfallenden Blättern
sich schon die Knospen bilden.
Er ist am Wirken.
Ja, ist er.

Segen

Wenn es schwer wird, segne uns Gott mit Durchblick,
mit einem Blick, der durch die Mauern der Gegenwart hindurchdringt
und Dich, Herr Jesus Christus, wahrnimmt.

Wenn es chaotisch wird, segne uns Gott mit Weitblick,
mit einem Blick, der über das Chaos hinausblickt
und Dich, Herr Jesus Christus, wahrnimmt.

Wenn wir erstarren vor Angst, Sorgen, Not, segne uns Gott mit deinem Blick,
mit deinem Blick der Liebe,
damit wir Dich wahrnehmen.

Wenn andere erstarren vor Angst, Sorgen, Not, segne uns Gott mit deinem Blick,
mit deinem Blick der Liebe,
damit wir sie wahrnehmen und uns für sie einsetzen.

Amen

Menschenbild

Halte ich Menschen für böse, unfähig, dumm, ängstlich?
Halte ich Menschen für gut, fähig, klug, mutig?
Halte ich Menschen für jeweils für beides offen?
Mal dieses, mal jenes mehr, weniger?
Das Menschenbild prägt den Umgang mit Menschen.

Halte ich mich für…
Das Selbstbild prägt bekanntlich den Umgang mit sich selbst.

Ich in mir schwankender Mensch,
habe in Gott meine Wurzeln.

Bin ich zu stolz, weist Gott mich zurecht.
Mache ich mich zu klein, richtet Gott mich auf.
Schwanke ich in mir hierhin, dorthin,
lege ich mich in Gottes Hand.
Und weiß ich nichts mit mir anzufangen,
Gott weiß es. Nur Geduld!

Götzen

Wir haben Gott gegen viele Götter eingetauscht. Nun werden uns seit 2020 ganz viele Götzen zerbrochen. Klüger werden wir Geschichtslosen wohl dennoch nicht und nehmen unsere Zuflucht in Schimpfen und Klagen, statt zu dem lebendigen Gott umzukehren, und mit ihm klug gegen Missstände anzugehen.

Advent

Der Messias kommt ununterbrochen im Geist der Seinen gebrochen zur Welt, im Antlitz des Menschen bruchstückhaft – da! In seiner Schöpfung finden wir seine Spur, bis seine vollkommene Anwesenheit Mensch und Schöpfung vollenden wird.

Basis

Gott ist die Basis unserer Kultur. Wird sie missachtet, entstehen Luftschlösser. Sie brechen zusammen bei schwachem Wehen der Geschichte. Auf dieser Basis bauen inzwischen andere weltweit. Dass sie darauf bauen, das ist schön.

Rechtfertigung

Christen ist es wichtig, von Gott gerechtfertigt zu werden, um vor Gott zu bestehen. Vielen Menschen ist es wichtig, dass Gott sich rechtfertigt, damit er vor Menschen besteht.

Im Leiden Jesu Christi hat Gott den Menschen gerechtfertigt, hat Gott sich vor den Menschen gerechtfertigt.

Das genügt vielen Menschen noch nicht. Sie wollen ihn erneut verurteilen, kurz: für immer zum Schweigen bringen.

Doch Gott ersteht in seiner Herrlichkeit. Und der Mensch vergeht in seiner Hoffnungslosigkeit. Oh Gott, sei uns Sündern gnädig!

Welt sehen

Mit dem vom Evangelium – der frohen Botschaft über und von Jesus Christus – geprägten Glauben sein eigenes Leben, das Leben der Mitmenschen, die gesamte Welt, den eigenen Glauben betrachten, und munter durch unsere von Gott gegebene Welt gehen.

Waymaker

Manchmal wirkt Gott auch so, dass wir es als unangenehm empfinden. Wir empfinden ihn nicht als Waymaker, sondern als Weg-Versperrer. Aber Menschen, die sich ihm anvertrauen, wissen das, und gehen mit Gott durch die unangenehme, schwere Zeit: „Und wandere ich durch das finstere Tal – du bist bei mir“ (Psalm 23). Gott will, dass wir stärker werden – er hilft uns dabei.

Keine Zukunft

Wer keine Zukunft hat, fürchtet sich in der Gegenwart.

Gott schenkt Zukunft. Darum leben wir in der Gegenwart.

Wir leben in der Gegenwart dankbar, mit Freude und getrost – für andere und mit anderen in Wahrheit, zur Hilfe und Stärkung.

An der Hand Gottes, unter den Augen Gottes, im Geist Gottes – auf dem Weg in die Zukunft.

Schuldig werden

An Menschen schuldig werden – ein wahres Wort vermeiden

An Menschen schuldig werden – sie nicht zu verstehen suchen

An Menschen schuldig werden – nicht um Entschuldigung bitten

An Menschen schuldig werden – sich bei ihnen nicht bedanken

Versagen Verletzen Verdrängen Vergessen

An Gott schuldig werden

Erkenne dich selbst

erkenne dich selbst (gnothi seauton)
als Geschöpf Gottes
mit anderen Geschöpfen
mit Gottes Geist begabt
am Guten, zum Guten
erfasse die Weisheit (sapere aude)

Ohne und mit Gott

Angesichts schlimmer Ereignisse,
Erlebnisse, die uns schockieren,
mit denen wir schwer fertig werden,
können wir Gott anklagen und sagen:
Mit dir, Gott, nicht, nein, nicht mit dir.

Wir können aber auch sagen:
Mit Dir, Gott, will ich es versuchen.
Du kannst mir Quelle der Kraft sein,
Du kannst mir Freude und Zukunft geben.
Mit Dir, mein Gott, will ich versuchen,
mit Dir überstehen. Amen.

Schönheit der Welt

Auf einer Wanderung gelesen:

Wer die Natur genießt,
dem gehört die Welt.

Auf der Wanderung gedacht:

Gottes Welt – sie ist so schön!
Im Großen und im Kleinen.

Bosheit der Menschen ist,
den Genießern die Schöpfung zu verderben.

Gebet

Das Gebet ist ein Kontaktruf,
Kontaktruf zu Gott
wie Vögel einander rufen,
um sich nicht zu verlieren.

Sterben bestimmt Leben

Das Wissen um das Sterben und den Tod
bestimmt das theoretische Leben mancher Philosophen.
Das Leben eines Christen ist von anderem bestimmt:
Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen (Psalm 90)
und dass wir zu Dir hin auferweckt werden,
damit wir unser Leben klug und mit Liebe
in Deinem heiligen Geist leben.

Folgen

Jesus hat diejenigen,
die ihm nachfolgen,
nicht dazu aufgerufen,
nur von ihm zu erzählen,
sondern sich auch durch ihn
verändern zu lassen.

Worte

Worte, Worte,
nichts als Worte,
Schall und Klang.
Wird der Geist Gottes
in mir wirksam, werden
Worte, Worte
Wunderworte.

Freude

Simchat Tora – Freude der Tora
Freude an der Bibel
Freude am Glauben
Freude an geistlicher Kunst, Musik und Gesang, am Reden,
am Schreiben und Lesen, am Denken und Ruh´n
Freude an der Schöpfung
Freude an Gemeinschaft
Freude an der Kirche
Freude am Leben
Freude, Freude Jesus Christus –
Glaubende haben viele Gründe, sich zu freuen:
haben viel Freuden durch den Gottesgeist.

Konstanz

In turbulenten Zeiten
gilt es konstant zu bleiben
in Anlehnung an
tumblrtttden lebendigen Gott.

Gott Raum geben

Maria ließ Gott in sich Raum.
Das hat die Welt verändert.
Paulus ließ Gottes Geist in sich Raum.
Das hat die Welt verändert.
Glaubende, die Gottes Geist in sich Raum geben,
verändern die Welt – auch im Kleinen – zum Guten.
Viele Glaubende lassen dem Geist Gottes in sich mehr oder weniger Raum.
Wird dem Dämon des Widerstandes gegen Gott mehr Raum gewährt,
dient es der Welt zum Bösen, zum Zwist, zum Irrtum, zum Unrecht.
Aber auch diese können von Gott benutzt werden,
es werden dann unter Schmerzen, Not, Tränen, Tod
Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit – und Vergebung – geboren.

Sünde

Viele wollen von Sünde und Schuld nichts hören.
Aber wenn Menschen der Kirche schuldig werden, wird´s heftig.

Nicht nur zu Unrecht,
auch Jesus bekämpfte Heuchelei.

Jesus gab Auswege:
Vergebung und Beginn eines neuen Lebens.

Menschen ohne Sünde kennen keine Auswege:
Sie kennen nur: Strafe, Ausschluss, Pranger.

Jesus, der Menschen in ihrem Wesen kannte und sie dennoch liebte,
wollte nicht Ausschluss Jesus wollte Gemeinschaft.

Das bedeutet nicht nur Vergebung – als Selbstbefreiung – durch Geschädigte;
das bedeutet vor allem: Sündige nicht mehr.
* (PS: Es geht mir in dieser Aussage nicht um kriminelle und Menschen verachtende Handlungen.)

Flow Gottes

Wir Menschen denken kurzfristig: Jetzt muss sich alles ändern. Das hängt wohl mit dem Extrem-Individualismus zusammen: Ich will die Früchte meines Tuns noch erleben, wenn es ans Sterben geht.

Jesus lehrt, langfristig zu denken:
Samen zu säen, die irgendwann aufgehen werden –
auch aufgehen können – wenn ich gestorben bin.

Warum diese Ruhe?

Weil nicht ich im Zentrum stehe,

weil nicht meine Gesinnungsgenossen im Mittelpunkt der Welt stehen,

sondern Gottes Handeln mit der Welt ist zentral.

Warum diese Ruhe?
Weil alles „Jetzt, jetzt, jetzt“ mich selbst gefährdet, setzt in Stress,
meine Mitmenschen gefährdet, weil ich sie zwinge und bedränge.

Gott hat die Welt in der Hand, den Fortgang von Menschheit und Geschichte.
Meine Aufgabe ist es, von Gott angestiftet im Sinne Gottes menschlich zu handeln.
Sich in den Flow Gottes einzustimmen und sich einbringen – was für ein Privileg!

Wetter

Alle reden vom bösen Wetter:
zu viel Sonne, zu viel Regen, zu viel dies, zu viel das.
Ich rede vom guten Wetter:
Schön, dass wir sie haben, die Sonne, den Regen, den Wind.
Im steten Wechsel, mal verzögert, mal im unerwünschten Überfluss.
Dankbarkeit und Anpassung – von Wildpflanzen lernen.

Gott liebt uns

Gott liebt uns – und findet uns in seiner Liebe schön.
Es wäre gut, wenn wir uns von der Liebe Gottes
so schön gestalten ließen, wie Gott uns sieht.

Ich bin ich

Ich bin ich. Ich genüge mir meist nicht. Ich brauche den anderen Menschen. Ohne den bin ich nicht ich. Ich bin ich mit ihm und mit IHM, Gott, Gott sei Dank – sonst wäre ich verloren in mir.

Auf unseren Lebenswegen

Auf unseren Lebenswegen haben wir manchmal den Eindruck, Gott lässt uns allein.

In diesen Zeiten möchte er, dass wir selbständig werden. Dass wir lernen, unseren von Gott gegebenen Verstand zu benutzen, die Gemeinschaft mit Menschen intensivieren, die uns wohl gesonnen sind, und uns weiter helfen möchten.

Auch in diesen Zeiten ist Gott bei uns auf unseren Wegen. Suchend, klagend und dankend können wir uns ihm zuwenden. Er ist da. Auch dann, wenn wir meinen, er ließe uns auf unseren Lebenswegen, auf denen wir selbstständig werden sollen, allein. Er ist da. Gott sei Dank.

Und wenn wir in unserer Selbständigkeit und Freiheit uns falsch entschieden haben? Er ist da. Er bleibt es auch. Er begleitet uns und vollendet uns. Wenn wir es denn wollen.

Abfärben

Wenn wir mit Menschen zusammenleben, färben diese auf uns ab. Wenn wir mit Gott unser Leben leben, färbt er auf uns ab.

Anders als im Zusammenleben mit Menschen bleibt diese Abfärbung bei manchen im schlechten Gewissen stecken.

Dieses ruft Aversion gegen Gott hervor, Entfremdung von Gott, Anklage gegen Gott, weil er angeblich erniedrigt, Selbstbewusstsein raubt, Freiheit nimmt.

Die Freude, der Friede, die Freiheit, die Geborgenheit mit denen Gott auf uns abfärbt, ist ihnen noch fremd. Sie kommt erst, wenn wir bei ihm bleiben. Ganz bei ihm bleiben.

Gott lieben

Ja, was bedeutet „Gott lieben“?
Gott loben, weil er da ist.
Gott danken, weil er für mich da ist.
Das tun, was Gott von mir getan haben möchte:
für andere da sein – ihnen helfend beistehen, so gut ich kann;
für mich da sein – mir Gutes tun: Bibellesen, mich für Gott öffnen lassen;
für andere und mich da sein – uns betend in Gottes Hand legen;
ihm vertrauen, dass er mein Leben vollenden und zum Ziel führen wird.

Ja, was bedeutet es, dass „Gott mich liebt“?
Gott hilft mir, mich ihm zu öffnen, wenn ich will.
Gott gibt mir sein Wort, damit ich ihn und Welt sehen lerne.
Gott gibt mir sein Gebet, damit ich durch es Atem holen und uns in ihm bergen kann. Gott gibt mich in Jesus Christus sich selbst, damit ich befreit mit Ziel leben kann.
Das heißt nicht zwangsläufig: ich werde gesund, soziale Gemeinschaft funktioniert, ich bekomme mein Leben in den Griff, Armut, Sorgen, Nöte verschwinden sofort.

Was habe ich dann davon?

Ein anderes Leben – eines, das ich mit dem leben kann, der mich liebt.
Ich lerne neu sehen und bewerten – aus dem Blick dessen, der für mich gelitten hat.
Was habe ich dann davon?
Das muss ich für mich mit Gottes Hilfe herausfinden,
denn jeder Mensch ist anders.

Worte

Worte, Worte, Worte
strömen auf uns ein.
Unter den Bergen von Worten,
unter den Wortwellen des Tages
liegt das Wort Gottes begraben.
Zugebrüllt und zugestillt.


Worte, Worte, Worte –
unter den Worten begraben
leuchtet ein Wort Gottes hell auf:
Ich bin bei euch alle Tage
bis an das Ende der Welt
,
sagt Jesus, der Christus Gottes.

Worte, Worte, Worte –
immer wieder leuchtet ein Wort Gottes
unter dem Schwall der Menschenwörter hervor,
klingt nach im Herzen,
bewegt das Denken,
schwingt in der Seele.

Worte, Worte, Worte –
wenn wir nur hinhören,
wenn wir nur hinsehen,
unter dem Schwall der Menschenwörter
leuchtet es hervor,
klingt seine Melodie ins Ohr.

Wissen ist nicht lieben

War es C.S. Lewis, der sagte, dass Satan weiß, dass es Gott gibt. Aber er liebt ihn nicht? Was auch in den Evangelien deutlich wird. Der vom Bösen Ergriffene weiß, dass es Gott gibt, er liebt Gott nicht nur nicht, er bekämpft ihn auch.

Von Gott Wissen heißt nicht,
ihn zu lieben,
an ihn zu glauben, das heißt: ihm vertrauen,
sich um Gottes Erkenntnis zu bemühen,
ihm zu folgen. 

Das Ziel:
Wissen mit Liebe verbinden.

Das Auge

Das Auge sieht alles,
nur nicht den Rücken des Menschen,
dessen Gesicht –
das Wunderwerk Auge sieht
auch sich selbst nicht.
Es sieht, ohne sich zu sehen.
Wenn es sich nicht sieht –
gibt es das Auge?
Es kann sich ja selbst nicht sehen.
Dafür benötigt der tricky Mensch Spiegelndes.

Der Glaube sieht Gott –
kann sich selbst aber nicht richtig sehen. 
Dafür benötigt der Mensch tricky Gottes Wort.

Schwierigkeiten

Manche Menschen haben mit einfachen Texten Schwierigkeiten.
Sie verstehen Wort für Wort, aber den Gesamtinhalt, den verstehen sie nicht.

Manche Menschen haben mit philosophischen Texten Schwierigkeiten.
Sie glauben, die gedanklichen Höhenflüge zu verstehen – aber dann: ahnender Absturz.

Manche Menschen haben Schwierigkeiten mit Gedichten.
Sie verstehen nicht, dass Verstehen bedeutet: hineinlesen und hineinfühlen in sich selbst.

Manche Menschen haben Schwierigkeiten mit Gottes Wort,
sie verstehen nicht, dass Gottes Geist uns öffnen will, damit wir verstehen können.

Zoomen

Was zoomen wir im Leben heran?
Was fokussieren wir?
Üble Menschen.
Materielles.
Liebe Menschen.
Gott im Menschen.
Gottes Liebe zu den Menschen.
Was zoomen wir im Leben heran?
Was wir fokussieren,
das bestimmt uns.
Warum uns mit dem zufrieden geben,
was nicht hilfreich ist?