XXXVII. Gedichte für jeden Tag

02.09.2026

1. Verachtung

Manche
Reiche verachten Arme,
Arme verachten Reiche,
Männer verachten Frauen,
Frauen verachten Männer,
Ausländer verachten Inländer,
Inländer verachten Ausländer,
Andersdenkende verachten Andersdenkende,
Religiöse verachten Religiöse,
Menschen verachten Menschen,
Menschen verachten sich selbst,
verachten Gott, ihren Ursprung und ihr Ziel.

Und so wogt es hin und her.
Manche stacheln auf,
manche beschwichtigen halbherzig.
Menschen seid ihr alle.
Geschöpfe seid ihr alle.
Kurzlebige seid ihr alle.
Warum die Verachtung?
Nur, um sich irrend erhabener zu fühlen
als andere Menschen
und Gott?

2. Beglückung

Was ist Liebe?
Liebe ich?
Ist Liebe nur egoistisches Sehnen?

Zu viel Nachdenken über meine Liebe
lähmt Liebe.

Was ist Glaube?
Glaube ich?
Ist Glaube nur egoistisches Sehnen?

Zu viel Nachdenken über meinen Glauben
grämt Glauben.

Nachdenken über das Verhältnis
von Liebe zu Gott und Glaube an Gott:
belebende Liebe, beglückender Glaube.

3. Beobachtung

Ein junger Falke saß
auf der Spitze einer großen Lärche.
Eine Krähe entdeckte ihn:
Sie flog Angriffe noch und nöcher,
mit lauten Geschrei, Gekrächze, Gedrohe.
Er bewegte sich nicht.
Keinen Zentimeter bewegte er sich.
Nur, als sie ihm zu nahe kam, einmal,
bewegte er den Kopf zur Angreiferin.
Schaute sie an.
Mehr nicht.
Mehr nicht.
Die Angreiferin entfernte sich.

4. Grund

Christus ist die Grundlage des Lebens. Was bedeutet das?

Mit Christus bewusst den Tag beginnen und beenden.
Mit Christus durch Lob und Klage gehen.
Zeiten der Angst und der Ratlosigkeit,
Zeiten der Krankheit und Gesundheit,
Zeiten der Freude und des Dankes,
Zeiten der Zweifel, Fragen und Resignation
mit ihm durchleben.
Und das im GebetsGespräch und dem Bewusstsein:
Ich bin nicht allein.

Sich von Schmeichlern und Bedrängern nicht beeinflussen lassen.
Dem Verführer und den Verführungen nicht nachgeben.
Nicht resignieren, sich nicht in Traurigkeit verhüllen,
sich von eigener und anderer Schuld nicht kleinmachen lassen,
sich die Freude nicht nehmen lassen: an Schöpfung, Mensch und Gott.

In Familie und nahem Umfeld aus seinem Geist
in Liebe und Geduld, Freundlichkeit und Vergebung leben.
In Politik und Gesellschaft aus seinem Geist leben,
warnen, aufbauen, stören, ermutigen, seine Stimme sein.

Was bedeutet es, Christus die Grundlage sein zu lassen?
Denken und Herz und Sinne nach ihm ausrichten
im Schlafen und Wachen, im Leben und im Sterben.
Denn: Jesus Christus ist der Herr.

Einen anderen Grund kann niemand legen als der, der gelegt ist: Jesus Christus.

5. Unisono

Jede Vogelart singt anders.
Jede Blumenart blüht anders.
Jede Baumart wächst anders.

Nur Menschen wollen,
dass alle Menschen unisono
ihre Parolen schreien.

6. Herr der Kirche

Parteien, die anderen das Regieren erschweren,
dienen nicht dem Land, dienen nur sich selbst.
Und das durch Missbrauch der Gesetzgebung.

Auch politisch angepasste Kirchen,
dienen nicht dem Land zum Guten,
vor allem: sie dienen nicht Gott.

Kirchen haben das wunderbare Vorteil:
flexibel auf Vorschläge jeglicher Partei zu reagieren.
Hilfreiches zu unterstützen, Schädigendes zu bekämpfen.

Jesus Christus ist der Herr der Kirche.
Aber in den Kirchen büchsen viele kleine Herren aus,
sie machen, was sie wollen, auch gegen Gott und Mensch.

7. In Gottes Hand

Im Boot.
Auf dem Meer.
Sturm.
Wellentürme.
Wir Menschen kämpfen.
Sind kein Spielball der Chaosmächte.
Sind kein Spielball.
Wollen es nicht sein.
Ein letzter Schrei:
Herr, hilf!
Chaosmächte können nicht siegen.
Kraft versiegt.
Kraft gebiert Kraft.
In deine Hand lege ich meinen Geist!
Chaosmächte siegen nicht.
Ihnen entkommen.
In Gottes Hand.

8. Sprachverwirrung

Das gehört mit zu der gewollten Sprachverwirrung:
Kritik am Rassismus wird Rassismus genannt.
Kriegsförderung ist Friedenswille,
unrechte Steuer dient der Gerechtigkeit,
Verbot der Meinungsäußerung dient der Freiheit,
Partei verbieten dient der Demokratie,
Verbildung wird als Bildung propagiert,
Staatsgefährder bezeichnen Harmlose als Staatsgefährder,
positive Kritik wird als Hass und Hetze denunziert,
Angreifer kreischen: die haben uns angegriffen!…

9. Das geknickte Rohr

Das geknickte Rohr wird Gott nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Menschen die leiden, an sich und anderen,
denken nicht immer gut über Gott.
Gott tritt nach, Gott will zerstören.

Den Menschen des Volkes Israel,
den Menschen leidend in der Fremde,
ruft der Prophet Gottes dies Mutwort zu.

Das geknickte Rohr wird Gott nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Den Menschen in der Menschheit,
leidend an anderen, leidend an sich selbst,
ruft das Evangelium von Jesus Christus dieses Lichtwort zu.

Das geknickte Rohr wird Gott nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Unser Denken kreise nicht um Giftgedanken:
Gott will mich zerstören.
Halten wir uns fest am Gotteswillen:

Das geknickte Rohr wird Gott nicht zerbrechen.
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Gott will heilen, neu entflammen
unser Leben hier und jetzt –
im Ewigleben, in der Gottzeit.

10. Schenkende

Schenkende sein.
Nicht nur von Materiellem,
sondern Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft.

Schenkende sein.
Ohne Dank zu erwarten.

Schenkende sein.
Weil Gott reich beschenkt.

Gottes Geschenke
darf der Mensch einfach so weitergeben.

11. Gott ist nah

Wer von Herzen seine Schuld erkennt und bekennt,
wer mit sich selbst ehrlich ist,
– vor Gott tritt,
dem ist Gott nah.

Wer ohne große theatralische, kluge Wörter,
einfach ehrliches Erkennen seiner selbst im Licht Gottes
– vor Gott tritt,
dem ist Gott nah.

Wer Jesus Christus glaubend, liebend, hoffend folgt,
nicht mit Menschen gedankenlos unterwürfig mitläuft,
– vor Gott tritt,
dem ist Gott nah.

Wer von Gott nichts wissen will,
ihn ablehnt, schmäht, vergisst
– er lebt vor Gott, Gott ist ihm nah,
nur will er es nicht wissen.

12. Wohl dem Volk

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,
dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. (Psalm 33,12)

In einem Volk, in dem Gott der Herr ist,
wird die Würde eines jeden Menschen geachtet,
herrschen Freiheit in der Ordnung,
Vertrauen statt Misstrauen,
Hoffnung statt Verzweiflung,
Dankbarkeit statt Missmut,
Leichtigkeit in der Schwere des Alltags.
Menschen gehen einander zur Hand,
sie sind einander ein Segen.

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,
dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.

13. Schlachtet

Schlachtet die Schönen!
Die Welt wird hässlich.
Schlachtet die Friedfertigen!
Die Welt wird erst recht Friede.
Schlachtet die Weisen!
Die Welt wird unweiser, dümmer, sind alle gleich!
Schlachtet die Fröhlichen!
Die Welt wird trübsinnig.
Schlachtet die Gerechten!
Die Welt wird lebenswert.
Schlachtet das Recht!
Und das Recht nimmt zu!
Schlachtet die Demokraten!
Unsere Demokratie ist besser.

14. Sprachverwirrung

Gutes Böse nennen, Böses gut nennen.
Babylonische Sprachverwirrung fördern.
Hohle Wörter, gewichtig sprechen.
Menschen verführen mit verwirrendem Wort.

Falschen Propheten vertrauen,
die in den Untergang führen.
Falschem Prophet gedankenlos lauschen,
der Gottes Wort missbraucht.

Gott, schenk uns Deinen Geist,
um die falschen von den wahren Propheten
unterscheiden zu können,
die Verwirrer von den von Dir Gesandten.

15. Stark bleiben

Die meisten Bürger hatten diese und jene Meinung.
Dann kam die Zeit, dass mediale Elite und ihr Fußvolk
diese normale bürgerliche Meinung erst belächelten, verspotteten
dann sie als rechts und rechtsextrem framten.
Voller Schrecken haben die Bürger dann:
den Mund gehalten.
So langsam wagen sie es zu erkennen:
Das waren Ideologen, die uns vereinnahmen wollten!
Sie bedrängten und verleumdeten uns, damit wir ihnen folgen!
So langsam wird es vielen Bürgern egal,
dass man sie beschimpft, verleumdet, diffamiert, verspottet.
Sie wissen: Die verachten uns, weil wir nicht ihrer Ideologie folgen.
Wir bleiben stark.

16. Freude

In Philippi:
Der Gefängniswärter wurde aufgefordert:
Glaube an den Herrn Jesus.
Er und die Seinen ließen sich taufen,
und sie freuten sich,
dass sie zum Glauben an Gott gekommen waren.
(Apostelgeschichte 16,31-34)

Glaube an den Herrn Jesus und Freude:
zwei Seiten einer Medaille.

Freut euch immerzu, freut euch,
schreibt der Apostel den Philippern (4,4)

17. Sturm

Sie ruderten gegen den Sturm.
Wind raubte Kräfte, Haut scheuerte
und Wellenberge schlugen ein.
Der Untergang war befürchtet.

Das Herz schrie vor Angst,
die Muskeln wurden angetrieben.
Die Angst schwoll gewaltig an:
Nicht nur Sturm, auch noch ein Geist!

An seinem Wort erkannten sie ihn,
Jesus, den Herrn: Fürchtet euch nicht!
Er stillte den Sturm, Wellen ebbten ab.
Er kam als Wunder, Wunder tuend.

Sollte der Sturm von außen auch anhalten:
der Sturm im Herzen im Hirn wird gestillt,
wenn Jesus Christus im Sturm Dir sagt:
Fürchte dich nicht, ich bin bei Dir.

18. Licht Gottes

Das Gebet eines Christenmenschen
ist kein einfaches Herunterplappern von Wörtern,
sondern der Mensch, der betet, bewusst betet,
steht im Licht Gottes, vor Gott, in Beziehung zu Gott.

Auch wenn wir beten
beim Staubsaugen,
im überfüllten Bus,
auf dem Bürostuhl,
über der Zeitung,
beim Spaziergehen
oder Shopping:

wir stehen im Licht Gottes.
Hier ist Gott gegenwärtig.

19. Verwahrlosung

In allen Religionen der Welt
haben Menschen Respekt vor dem Transzendenten,
vor dem Größeren,
das mehr ist als sie selbst.
Sie verehren die Größe
durch Riten, Gesängen, Wörtern,
durch besonderes Verhalten.

Gott wurde Mensch.
Viele Christen vermenschlichen den Glauben.
Das ist auch gut so.
Ersetzt die Verehrung des Menschen
die Verehrung Gottes in Jesus Christus?
Wenn die Verehrung Gottes in Jesus Christus wegfällt,
fällt dann nicht auch der Respekt vor Menschen weg?

An der Respektlosigkeit gegenüber Gott
ist die eigene innere Verwahrlosung erkennbar.
Es zeigt sich aber auch:
Innere Verwahrlosung verhindert nicht
rituellen Scheinrespekt vor Gott.

19. Nachdenken

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
mit welchen Menschen hatte ich heute Kontakt?
Erlebt sein Gemeinschaftsleben bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
wie geht es meinen Lieben?
Der erlebt sein Leben mit den Lieben bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
ich lebe in der Liebes-Gemeinschaft mit Gott Vater, Sohn und Geist,
der erlebt seinen Glauben bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
was habe ich heute alles gedacht?
Der erlebt sein Denken bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
was habe ich heute an Hoffnung, Sehnsucht und Wünschen gefühlt?
Der erlebt sein Hoffen, Sehnen, Wünschen bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
wo erlebte ich Dich Gottes Geist bewusst?
Der lebt sein Leben bewusster im Geist Gottes.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt:
Was hat der Körper alles am Tag geleistet?
Der lebt den Tag mit dem Körper bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt:
Was habe ich alles zum Leben: Nahrung, Dach, Kleidung?
Der lebt den Tag mit dem Lebensnotwendigen bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
wo lebte ich heute Jesus Christus mit Dir?
Lebt den Tag mit Jesus Christus bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
was habe ich heute gemacht?
Wirkt am Tag bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
was habe ich heute Schönes erlebt?
Sieht Schönes am Tag bewusster.

Wer vor dem Schlafen nachdenkt,
wo lebte ich heute Gott mit Dir?
Lebt den Tag mit Gott bewusster.

20. Weg, Wahrheit, Leben

Wo ist der Weg
im verworrenen Dickicht des Lebens?

Wo ist die wahre Wahrheit
im Geschrei der vielen Wahrheiten?

Wo ist das Leben
wenn rundum wütet der Tod?

Jesus Christus ist der Weg.
Jesus Christus ist die Wahrheit.
Jesus Christus ist das Leben.

21. Wachsen

Epheser 4,14-15:

Seid nicht unmündige Kinder,
ein Spielball zahlreicher Lehren.
Ausgeliefert sind sie falschen Menschen,
die sie betrügen und in die Irre führen.
Wir sollen uns an die Wahrheit halten
und uns von der Liebe leiten lassen.

*
Betrügenden, irreführenden Menschen
die Wahrheit verschweigen ist nicht Liebe.
Das ist Angst.
An der Wahrheit festhaltend in Liebe handeln.
Gegen die Angst.
*
So wachsen wir Christus entgegen.

22. Schenken

Schenken kann
formal sein,
kann berechnend sein,
kann von Herzen kommen.
Manches wissen wir erst hinterher.

Danken kann
formal sein,
kann berechnend sein,
kann von Herzen kommen.
Manches wissen wir erst hinterher.

Gott,
ich danke Dir von Herzen.
Ich weiß es schon jetzt:
Dein Geist dankt in mir.

23. Frei

Der wirklich freie Mensch
ist daran erkennbar,
dass er von seiner Freiheit
würdigen Gebrauch macht:
andere und sich selber respektiert,
anderen den angemessenen Freiraum lässt,
sich selber beherrscht.

24. Gott

Gott,
warum geht es mir so schlecht?
So fragen wir,
wenn es uns schlecht geht.

Gott,
warum geht es mir so gut,
während es anderen so schlecht ergeht?
So fragen wir vielleicht,
wenn es uns gut geht.

Gott,
wozu geht es mir schlecht?
Raten weise Menschen zu fragen,
wir brechen aus, aus der Klage,
hin zur selbst bestimmten Tat.

Gott,
wozu geht es mir gut?
Damit du anderen beistehst
aus Dankbarkeit und Freude.

25. Gemeinde

Heutzutage propagieren viele:
Ich kann meinen Glauben leben,
dazu brauche ich keine Gemeinde.
Jesus Christus ist wichtig –
glaubende Mitmenschen sind es nicht.

Diese Worte sind nur möglich,
in einer Gesellschaft ohne Druck,
einer Gesellschaft ohne Kampf gegen Christen.
Wenn Christen bekämpft werden,
benötigen sie Vernetzungen,
benötigen sie Hilfe, Stärkung, Unterstützung.

Diese Hilfe, Stärkung, Unterstützung benötigen sie auch:
Wenn der Böse sie im Inneren bekämpft.
Alleinkämpfer sind leichter zu überwinden
als eine Gemeinschaft der Brüder und Schwestern in Christus.

Zudem geht es Christen mit Jesus Christus
um eine Veränderung der „Gesellschaft“,
zur Verhinderung und Behebung von Leid,
durch ein verändertes Individuum.

26. Gott wahrnehmen

Dir geht es schlecht.
Mir geht es gut.
Mir geht es gut,
damit ich dir helfe,
damit ich Gott singe,
damit ich dir helfe,
Gott wahrzunehmen.

Mir geht es schlecht.
Dir geht es gut.
Dir geht es gut,
damit du mir hilfst,
damit du Gott singst,
damit du mir hilfst,
Gott wahrzunehmen.

27. Kritik

Kritik ist ein Korrektiv.
Kritik fördert Erkenntnis.
Fragen zeigt Verantwortung.
Wahrheit klärt, sie spaltet nicht.
Wer widerspricht, stärkt den Diskurs.
Öffentlichkeit gehört zur Demokratie.
Hinsehen ist Pflicht in einer Demokratie.
Ein freier Bürger braucht keine Erlaubnis.
Wer Argumente fordert, ist mündiger Bürger.
Transparenz fordern heißt: Vertrauen schaffen.

28. Genießen

Wer sich anpasst, der genießt:
genießt die Wärme,
genießt die Kälte,
genießt den Regen,
genießt die Sonne,
genießt die Wolken,
genießt den Nebel
genießt die Gewitter,
genießt die Winde –
es gibt Wetter, Leute,
wer sich anpasst, der genießt.

Katastrophen
kann man nicht genießen,
körperliche Beschwerden aufgrund des Wetters,
kann man nicht genießen.
Was schadet,
muss abgewendet werden,
so gut es geht.

Aber klagen,
immer klagen:
Warum?
Wer sich anpasst,
der genießt.

29. Begegnung

Wenn ich nachdenke
kreise ich mit meinen Gedanken
um mich und was ich denke.

Wenn ich vor Gott nachdenke,
betend vor Gott mit meinen Gedanken lebe,
werden sie vom DU bestimmt.

In SEinem Licht
begegnen wir uns:
Gott und ich.

30. Gott

Einen großen Teil meines Lebens
gehe ich mit dem Gott der Väter,
mit dem, den Jesus „Vater“ nennt.
Gott geht mit mir ein Leben lang.

Und du willst mir weismachen,
dass es Gott nicht gibt?
Gott willst Du mir als Nichts verkünden?
Dein Nichts willst du mir als Weg anpreisen?

So lange ich lebe und darüber hinaus
will ich nicht Deinem Nichts folgen,
sondern geöffnet durch Gottes Geist,
den loben, der ist von Ewigkeit zu Ewigkeit: Gott.

31. Politik

Ich möchte so gerne freundlich
mit Politik und Politikern umgehen.

Aber sie haben die Macht,
Millionen ins Unglück zu stürzen,
dem Land massiv zu schaden.

Darf man dann überhaupt
noch zurückhaltend und freundlich sein?

Die Freundlichkeit besteht dann darin:
für sie und das Land zu beten.

32. Gott und Mensch

Ohne Gott kann der Mensch
nicht zu Gott finden,
nicht glauben,
nichts Gutes tun.

Aber es ist nicht zu trennen:
Hier Gott – hier Mensch,
Es ist eine Miteinandergeschichte,
es ist ein Beziehungsgeflecht.

Gott wirkt,
der Mensch reagiert
und handelt im Geist Gottes.
Er handelt. Im Geist.

Darum: wachsen im Glauben.
Wachsen im Handeln dessen,
was Gott von uns will:
für Gott und den Menschen.

33. Leben

Alles vergeht –
nur das Leben nicht,
das Jesus Christus schenken wird.

Wir vergehen –
nur unser Leben nicht,
das Jesus Christus uns schenken wird.

34. Christus entdecken

Viele Christen wissen über alles Mögliche Bescheid.
Nur nicht über den wunderbaren Glauben.

Der ihnen unbekannte Gott ist es, der sie trägt,
er ist das Leben, das unerkannte Licht, das sie erhellt –

bis ihnen Glaubens-Fragen aufgedrängt werden.
Dann werden sie sauer, zornig – unbelehrbar?

Für den Glauben ist es spannend und
wunderschön, Jesus Christus zu entdecken.

35. Irrtum

Wenn Mächtige irren,
werden Staaten zerstört.
Menschen verarmen,
Lebensplanungen werden zerstört.
Wenn Mächtige irren,
greifen Verwahrlosungen um sich.
Schwache werden drangsaliert,
keiner kann mehr helfen.
Wenn Mächtige irren,
werden Staaten zerstört.

36. Regulieren

Wir sind mächtig –
wir wollen regulieren.
Und die Welt wird gut.

Wir sind mächtig –
wir wollen nicht nur regulieren,
wir wollen disziplinieren.
Und die Welt wird gut.

Wir sind mächtig –
wir wollen nicht nur regulieren und disziplinieren,
wir wollen den ganzen Menschen.
Und die Welt wird gut.

Wenn aber Regulieren und Disziplinieren
aus Machtgier resultieren,
sind sie selbst bösartig –
und die Welt wird schlechter.

37. Danken

Es wurde gesagt:
Menschen danken,
damit sie beim nächsten Mal wieder etwas bekommen.
Danke Mensch und Göttern
so sind sie gebefreudig.

Es ist zu sagen:
Dank kommt manchmal
auch ganz von Herzen.
Freudig, ergriffen –
einfach: dankbar.

38. Demokratie

Sobald der kleine Mann und die kleine Frau
beginnen selbständig zu denken
und auch selbständig handeln,
geraten die Hochwohlgewählten
und ihre nicht denkenden Gefolgsleute
außer Rand und Band.
Demokratie ist etwas anderes.

39. Danken

Denken und danken – Ge-danke.
Denken, sich etwas vergegenwärtigen.
Danken, sich etwas mit Wohlgefallen vergegenwärtigen.

Sich mit Wohlgefallen vergegenwärtigen,
was Gott alles getan hat und tut:
Gerade dann, wenn einem nicht danach ist,
sich Unangenehmes, Schlimmes in den Vordergrund schiebt,
die Vergegenwärtigung der großen Taten Gottes beiseiteschiebt,
dunkler Schmerz sich vergegenwärtigt,
dann, Gott, dann schiebe Du. dich in mein Denken,
vergegenwärtige Du Dich, damit ich danken kann.

40. Freude

Die Menschen, die Jesus Christus folgten,
Wurden gefüllt mit dem Geist Gottes
sie strömten aus dem Haus,
verkündeten in vielen Sprachen.

Kirche ist missionarisch
von Anfang an geht sie hinaus –
die Liebe Gottes zu verkünden
mit Worten und Werken
unter Menschen aller Sprachen,
unter Menschen aller Völker und Kulturen.

Der Gottesgeist treibt hinaus.
Manche versteifen sich,
wollen es anders – besser wissen.

Wer voller Freude ist an Gott,
kann nicht anders – als es zu zeigen,
je nach Gaben, Fähigkeiten.

41. Komm

Viele Lieder bitten:
Komm, Du Geist Gottes –
dabei bist Du, GottGeist, längst schon da –
im Denken, Reden, Handeln,
im gesamten ChristenLeben.
Weltweit.
Von daher nicht: Komm!
Von daher: Gepriesen seist Du, der Du in uns unser Leben bist!

42. Geist Gottes

Nicht nur einmal
wurde er ausgegossen.
Er erfüllte Herzen und Hirne
mit Gott und Liebe und Mut.
Jeder Christ, der sich von Dir füllen lässt,
lebt aus Dir in Gemeinschaft Geisterfüllter.

43. Geist Gottes

Der Apostel Paulus
kämpfte gegen die Gesetzlichen,
gegen diejenigen,
die dem Geist Gottes
keinen Raum lassen wollten.

Die Gesetzlichen heute:
die politisch-weltanschaulichen,
die Glaubende in eine Richtung drängen.
Sie lassen ebenfalls dem Geist Gottes
keinen Raum, begrenzen, beschränken ihn.

Christen sind freie Menschen
durch die Geistmacht Gott.
Freut euch an der Freiheit,
die Gott-Geistmacht schenkt.
Lasst euch nicht einschüchtern
durch die politisch-weltanschaulichen Engen.

44. Geist Gottes

Menschen können neu werden.
Viele wollen Menschen verändern.
Ohne die Geistmacht Gott
geht es nicht.

Ohne die Geistmacht Gott
wird alles nur Zwang.
Mit der Geistmacht Gott
bekommen wir Geduld mit Menschen.
Mit der Geistmacht Gott
bekommen wir Geduld mit uns.
Mit der Geistmacht Gott
bekommen wir eifrige Gelassenheit.

Wer die Geistmacht Gott missachtet,
die Menschen erneuern will zum Guten,
verirrt sich auf tyrannischen Wegen.

45. Schönheit

Wie schön ist alles.
Schönheit der Schöpfung.
Durchlöchert von den Larven des Bösen.
Schöpfung leidet und klagt.
Leiden und klagen und zittern:
Mensch und Tier unter Mensch und Tier,
Mensch und Tier unter Naturgewalten.
Die Schöpfung wartet auf dich, Gott.
Dass du vollendest die Schönheit in Herrlichkeit.

46. Anwesenheit

Lernen,
mit sich allein zu sein.
Ohne Haustier,
ohne technische Geräuschkulisse,
ohne ständig an Menschen zu denken.

Lernen,
mit sich allein zu sein.
Vor Gott.
In der Anwesenheit Gottes.

47. Kultur

Kommen Menschen aus fremden Ländern zu uns,
bringen sie ihre Kultur mit.
Sie bereichern uns.

Wollen Deutsche aus deutschen Landen
ihre Kultur leben, sagen manche Deutsche:
Deutsche Kultur gibt es nicht.

Kulturlose Deutsche,
wollen anderen Deutschen
ihre Kultur madig machen?

48. Gottes Kinder

Niemand hat das Recht,
andere zu erniedrigen.
Männer haben nicht das Recht,
Frauen zu erniedrigen.
Frauen haben nicht das Recht,
Männer zu erniedrigen.

Wir sind alle Kinder Gottes,
von Gott geliebt.

Niemand muss sich
erniedrigen lassen.
Frauen müssen sich nicht
von Männern erniedrigen lassen,
Männer müssen sich nicht
von Frauen erniedrigen lassen.

Kinder Gottes
kommen gemeinsam voran.

Toxische Menschen
sind zu meiden,
wenn kein Gegenmittel
zum Kampf gegen Sünde
zur Hand und im Herzen ist.

Kinder Gottes unterwerfen sich nicht
toxisch aufgeblasenen Menschen.
Kinder Gottes gehören Gott.
Das macht sie frei und stolz.
In Gemeinschaft mit anderen Gotteskindern.

49. Christus verstehen

Wollen wir Jesus Christus verstehen,
müssen wir lernen,
mit ihm durchs Leben gehen.

Lernen,
wie die Jünger lernen mussten,
die Frauen und Männer um ihn her.

Er war überraschend.
Er war eine Herausforderung.
Er war in seiner Liebe immer voraus.

Unverstanden.

50. Licht

Weiß
Rot
Schwarz
Blassgrün
Farben, Farben, Farben!
Kristallmeer
Gold
Feuer
Perlenglanz
Regenbogen

Die JohannesApokalypse explodiert von Farben –
Farbexplosionen.
Edelsteine der Macht und Herrlichkeit Gottes.

Himmlisches Jerusalem:
Stadt aus Licht und Edelstein:

Diamant
Rubin
Onyx
Smaragd

Jaspis, Saphir, Chalzedon, Sardonyx, Sarder, Chrysolith, Beryll, Topas, Chrysopras, Hyazinth, Amethyst.

Materie wird Licht.
Lebendiges Licht.

51. Logik

Wir Menschen merken,
in der Wissenschaft,
dass Logik begrenzt ist:
Ein Teilchen ist Welle,
Teilchen A und B weit auseinander, hängen zusammen,
Zeit vergeht je nach Ort unterschiedlich schnell,
Nichts ist nicht nichts,
Leere ist nicht leer.
Materie lebt.
Materie besteht zu 99,9% aus „leeren“ Raum –
also auch Du und Ich und die Wand, an die wir dotzen.

Auch Gott ist in der Logik mancher:
unlogisch.
Aber darum:
falsch?

52. Wörter

Wörter sind Gefäße.
Sie sind zu klein,
um Gott zu erfassen.
Sätze sind Bänder.
Sie sind zu schwach,
um Gott zu binden.
Texte sind Tücher.
Sie sind zu kurz,
um Gott zu umhüllen.

Dennoch,
mein Gott,
sollen wir
von Dir reden,
Dich bekennen.
Anwesend im Wort.

53. Logik

Wir Menschen merken,
in der Wissenschaft,
dass Logik begrenzt ist:
Ein Teilchen ist Welle,
Teilchen A und B weit auseinander, hängen zusammen,
Zeit vergeht je nach Ort unterschiedlich schnell,
Nichts ist nicht nichts,
Leere ist nicht leer.
Materie lebt.
Materie besteht zu 99,9% aus „leeren“ Raum –
also auch Du und Ich und die Wand, an die wir dotzen.

Glauben manche daher,
dass der Mensch heute
nicht mehr logisch argumentieren muss,
weil eh Wesentliches unlogisch ist?

54. Gott zur Sprache bringen

Die Naturwissenschaft fragt.
Sie hat nicht auf alles Antworten.
Gott springt für manche Glaubende
als der große Lückenbüßer ein.

Die Naturwissenschaft fragt.
Jede Antwort öffnet 1000 weitere Fragen.
Gott als der große Lückenbüßer,
wäre der Gott der abertausend Antworten.

Gott wird nicht weiter zurückgedrängt,
wie viele dachten.
Gott wird immens vielfältig,
wie zu denken ist.

Allmacht, Allwissen, Allgegenwart –
sie sind nicht statisch, sondern:
unbeschreibliche, facettenreiche Fülle,
nicht zu verstehende Lebendigkeit.

Es ist eine Freude
Gott zur Sprache bringen zu können,
Gott durch sich handeln zu lassen –
in Jesus Christus.
Amen.