XXXV. Gedichte für jeden Tag

1.4.2026

Wes das Herz voll ist…

Wovon das Herz voll ist,
davon spricht der Mund,
sagt Jesus laut Matthäus 24,12.

Was in deiner Psyche ist,
das trägst du nach außen.

Jesus will die Psyche ändern,
daraus folgt neues Verhalten.

Wie sehe ich mich, was denke ich von mir?
Was sind meine Narrative für mein Leben?

Wie interpretiere ich die Welt, mein Umfeld?
Meine Interpretation bestimmt mein Leben.

Weißt du, dass du Gottes Kind bist,
schaust du die Welt mit anderen Augen.

Füllt Gott dein Herz,
denkst, redest, handelst du neu.

2. Versuch

Manche sagen:
Der Versuch war gut –
hatte aber keinen Erfolg.
Also: Ich lass es.
Ich versuche Neues.

Manche sagen:
Der Versuch war schlecht –
hat keinen Erfolg.
Also: Ich mache weiter.
Neues ist übel.

Manche
merken gar nichts,
kämpfen und kämpfen.

Manche
geben auf:
zu früh geben sie auf.

Gott, schenk uns,
auf Dich hören zu können,
um unseren Weg zu erkennen.

3. Freiheitsfresser

Freiheitsfresser –
auf allen Ebenen –
technisch perfektioniert –
Denunziantentum wächst –
großer Markt für Anwaltskanzleien.

Kampf für Freiheit,
der Stück für Stück
der Boden entzogen wird.
Und auf einmal –
gefesselt in engen Netzen.

4. Tyrannen morden

Die alte christliche Frage:
Darf man Tyrannen morden?
Grundsätzlich sagen Christen: Nein.
Dann kommen die „Abers“.

Die alte christliche Frage:
Muss man zulassen, dass Tyrannen morden?
Grundsätzlich sagen Christen: Nein.
Dann kommen die „Abers“.

Schuldig werden wir beim Tyrannen morden
schuldig werden wir, wenn wir Tyrannen gewähren lassen.

Nun kommt das Gewissen ins Spiel.
Nun kommt ins Spiel: frei Verantwortung tragen.
Im Gehorsam.
Mit Blick auf Gott.
Kein Mensch
kann mir
die Verantwortung abnehmen.
Ich stehe vor Gott
in meiner ganzen Ratlosigkeit –
und muss doch handeln.

Bei kleinen Leuten stellt sich die Frage nicht?
Aber wie beurteilen wir die,
die verantwortlich handeln –
auch wenn wir so nicht handeln würden?

Ich sage nur:
Georg Elser.

5. Sich bekämpfen

Wir kämpfen
häufig gegen uns selbst.
Reaktionen anderer
beziehe ich auf mich:

Ich bin unsicher,
ich will dazugehören,
ich fühle mich angegriffen,
ich nehme es persönlich.

Reaktionen anderer
sind Probleme derer,
die mit mir zu tun haben.
Nicht meine Probleme.

Wir kämpfen
häufig gegen uns selbst.
Gottes Geist
kämpft für uns, stärkt uns.

Wir beten für andere,
wir legen sie in Gottes Hand,
wir segnen sie.
Und uns.

6. Gottes Wort durch die Zeiten

Überall flammt es in der Welt auf.
Immer wieder, durch alle Zeiten hindurch.

Politisch nicht nur.
Kriege nicht nur.
Persönliche Probleme, Fragen auch.

Gottes Wort bleibt:
möchte stärken, Frieden bringen der Seele,
zur Umkehr rufen, zum Neuanfang.

Die Zeiten mit Gottes Wort durchdringen,
ohne Sklave der Zeiten zu sein.

7. Füße

Die Füße derer, die Gottes frohe Botschaft verkünden sind lieblich – so der Apostel Paulus in der Aufnahme einer Metapher aus dem Buch des Propheten Jesaja.

Die Füße tragen fröhliche Menschen Gottes
in neue Gebiete hinein.
Und das zu allen Zeiten –
in der letzten 2000jährigen Geschichte:
in schlimmen Situationen,
in Kriegen,
während der Epidemien,
in Zeiten der Denunziationen und Folter,
in Zeiten des Hungers,
in Katastrophenzeiten.
Die Füße derer, die die frohe Botschaft weitertragen
sind keine Schönwetterfüße.
Sie sind wund,
sie sind staubig,
sie sind verhornt,
sie sind schmutzig,
sie sind verschwitzt.
Aber weil sie die frohe Botschaft tragen,
sind sie lieblich, sind sie schön, sind sie wertvoll,
sehnsüchtig erwartet.
Sie verkünden Gottes Frieden,
sie verkünden Gottes Freiheit,
sie verkünden Leben siegt über den Tod.

8. Macht

Macht macht arrogant.
Große Mächtige sehen sich nicht
als Diener des Staates,
sondern als seine Absolutisten.

Macht macht arrogant.
Kleine Mächtige sehen sich nicht
als Diener der Menschen,
sondern als ihre Erzieher.

9. Hände

Die Beine wurden länger und stärker,
die Arme wurden kürzer und beweglicher –
im Vergleich zu unseren GeschwisterPrimaten.
Gott wollte: Menschen gehen aufrecht durch das Leben.

Und die Hände erst:
Primaten sind angepasst, fixiert.
Unsere Hände: Dem Willen angepasst und gehorsam.
Wunder – geschaffen für präzises Handeln.

Hände – Kommunikationswunder:
sie können schlagen, fesseln, symbolisch erniedrigen,
sie können trösten, Bindung zeigen, symbolisch stärken.
Das Handeln der Hände – Ausdruck des Charakters.

Hände – anthropomorphe Metapher für Gottes Hände:
Wörter für: Macht, Handeln, Schutz, Führung durch Gott:
Wirksamkeit in Geschichte – Einsatz für Gerechtigkeit,
Geborgenheit im Leben – Anwesenheit in Liebe.

10. Der Mensch

Der Mensch
achtet auf die Einsäuselungen,
er achtet auf Argumente dessen,
der Gott bekämpft,
er gibt sich hin dem Widersacher Gottes.

Der Mensch
kann sich von Gott befreien lassen –
das verknäulte Wesen Mensch
bleibt lieber verknäult:
findet kein Anfang,
findet kein Ende,
verwirrt sich in sich selbst,
verheddert durch den Widersacher Gottes.

Der Mensch,
der in Jesus Christus ist,
ist ein neues Geschöpf,
er lebt aus dem Geist Gottes,
hin zu Gott,
dem Geber des Lebens.
Das Knäul wird entwirrt.
(2. Korinther 5,17)

11. Hineinlegen

Leg die Vergangenheit in Gottes barmherzige Hand.
Leg die Zukunft in Gottes dich leitende Hand.
Leg dich selbst in Gottes liebende Hand.
Leg dich in den, an dessen Herz du einmal liegen wirst.

12. Leben

Manchmal sieht etwas aus wie tot,
ist aber pures Leben,
das Leben schafft.

13. Theodizee

Die neutestamentliche Antwort
auf die Theodizeefrage lautet:
Leiden ist ein Teil des Lebens –
Gott steht dir im Leiden bei,
Gott hilft, Leiden zu bekämpfen,
Gott führt dich in die Vollendung.

Jesus Christus litt für die Menschen,
er wurde gefoltert, ermordet, auferweckt.
Stephanus litt, weil er Christus bekannte,
er sieht den Himmel offen: Gott ist.
Jesus Christus lehrte nicht Befreiung vom Leid,
er nahm uns hinein in Seine Gegenwart.

Der Apostel Paulus, die JohannesApokalypse,
Hebräer- und Petrusbrief denken darüber nach.
Keiner leugnet Leiden, verharmlost Leiden.
Alle sehen das Leiden als Teil des Lebens
in einem neuen Licht – dem Licht Gottes:
Nicht Finsternis des Leidens bestimmt Glaubende.

Umfangen von Gott, leben sie im Leiden,
nicht mehr als Sklaven des Leids und des Todes,
sie leben für Gott, der sie liebt, stärkt und vollendet,
im Dienst für andere gegen das Leiden,
der ihre Seele bewahrt
zur Herrlichkeit der Gemeinschaft mit Gott.

Das ist nicht genug! – rufen wir.
Das ist erbärmlich! – rufen wir.
Jetzt soll Gott handeln, mit Macht! – rufen wir.
Im Glauben erkennen wir: Gott ist Gott,
Dankbar bekennen wir: Gott ist da, in uns, nah,
in Seiner Kraft, Liebe, in Seinem Lichte leben wir.

14. Dankbar

Den Dankbaren
werden die Augen geöffnet.
Sie sehen,
sie erkennen,
was sie alles haben.

15. Kritik

Demokratisch geäußerte Kritik
hat das große Ziel zu bewirken,
dass Regierungen Fehler vermeiden,
sie gehören zur Pflicht eines Bürgers,
der sich für sein Land verantwortlich weiß.

Wenn Regierungen arrogant
begründete Kritik ignorant übergehen,
leben Menschen in anstrengenden Zeiten.
Und was machen Regierung?
Gegen Kritiker agitieren.

16. Hinterlistig

Neulich habe ich eine ältere Frau getroffen,
umweltbewusst und aktiv.

Sie sagte:
Ich lass mir doch von denen da oben
meinen alten Diesel nicht nehmen!

Ich hörte es und schwieg.
Denn ich weiß,
wie hinterlistig und gemein
Mächtige können sein.

17. Erbschaftssteuer

Lieblingsthema mancher Politiker:
Geld wegnehmen,
Wirtschaft schaden;
kurz: „Strafe auf Tod“.

Träume mancher Politiker:
Trickreich Geld abluchsen,
Naivlinge Täuschen –
eine Schande für gute Politik.

18. Glauben

Glauben
bedeutet nicht:
Alles ist einfach.

Glauben
bedeutet:
Gott ist mit Dir.

Weil Gott mit mir ist:
macht alles Sinn,
auch wenn ich ihn nicht erkenne,
auch wenn ich keinen Sinn darin sehen möchte.

Weil Gott mit mir ist:
gehe ich so aktiv ich kann,
folgend seinen Spuren,
festhaltend an ihm – ganz fest.

Gott gebe es.

19. Abrutschland

Wenn Politik versagt –
werden manche Bürger wach.
Und sie dienen versagender Politik
als Beispiel ihrer eigenen Kompetenz?

Werden Bürger allerdings zu wach –
dann gibt´s was auf die Ohren.
Diese Politiker wähnen sich stärker
als die tumben Bürger.

20. Verkündigung und Diakonie

Wer diakonisch tätig ist,
darf nicht auf die herabsehen,
die verkündigend tätig sind.

Wer verkündigend tätig ist,
darf nicht auf die herabsehen,
die diakonisch tätig sind.

Ideal ist beides gleichzeitig.

Aber Gott will uns nicht überfordern,
darum gibt er jedem, der Ihm folgt,
seine ihm ganz ureigene Gaben.

21. Fähige

Leute,
die bei den banalsten Dingen zeigen, wie unfähig sie sind,
auf was für kuriose irreale Gedanken sie kommen,
die nichts tun, außer dem verantwortlichen Bürger
in einer Arroganz die Verantwortung zu entziehen, die ihresgleichen sucht –
die wollen uns auch in großen Dingen (rein) regieren?
Wo sind die fähigen Menschen?
Haben wir in Deutschland keine mehr?
Das kann und mag ich nicht glauben.
Es gibt sie:
Wer hält sie klein,
drückt sie runter,
dass sie nichts zu sagen haben?

Ich will ja nicht ganz so sein:
Auch blinde Polit-Hühner finden mal ein Korn.

22. Licht der Welt

Zum Kerzenanzünd-Ritus am Abend

Jesus Christ
Du bist das Licht,
das die Welt erhellt,
das die Welt erhält.

23. Gefährliche Politiker

Gefährlich sind Politiker,
die Kugeln auf den Roulette Tisch werfen
und nicht wissen, wohin sie rollen.
Sich aber groß dabei fühlen:
Könnte ja sein, dass man nichts verliert.
Und Bürger schauen verloren,
mit ungläubigen Augen zu,
sehen ihr Geld schwinden,
ihren Besitz und Arbeitsplatz.

24. Sünde

Ich habe Folgendes gehört,
weiß nur nicht so genau,
ob es stimmt:

Wenn eine Generation sündigt,
dann feiert die nächste Generation die Sünde.
Die dritte Generation vergisst, dass es Sünde ist.


Aber dennoch bleibt: Sünde Sünde,
weil nicht der Mensch festlegt, was Sünde ist,
sondern Gott.

Darum:
Sünde ist der Menschen Verderben,
ob sie diese als solche erkennen oder nicht.

25. Schwarze Schafe

Wegen ein paar schwarzer Schafe
alle freien Bürger kollektiv bestrafe.
Denken sich Mächtige geschniegelt, gestriegelt,
Freiheit sei schön doch nur heftig gezügelt.

Das denken sich Mächtige, weise und mild,
das Volk sei am sichersten, wenn man es schilt.
Erst nehmen sie Rechte, sanft: Stück für Stück,
die Freiheit kommt später – versprochen! – zurück.

26. Warum?

Gott,
warum ich,
warum das mir?
Das muss keine
rätselnde, verzweifelte
Klage sein.

Gott,
warum ich,
warum das mir?
Kann
überschwänglicher
Freudendank sein.

Zwei Menschenbilder?
Ich bin ich –
ich will?
Ich bin Gottes Kind –
Gott ist über mir?
Zwei Menschenbilder: in mir?

27. Licht der Welt

Jesus Christus ist das Licht der Welt,
ihr seid das Licht der Welt:

Licht der Welt nicht nur Metapher:
wo Kälte da Wärme,
wo Unfreiheit da Freiheit,
wo Lieblosigkeit da Liebe,
wo Unrecht das Recht,
wo Hoffnungslosigkeit da bricht sich Hoffnung Bahn.
Wo Resignation, erstarkt Zukunftskampf.
Wo Heimatlosigkeit, finden andere Heimat.

Christen bringen Licht.
Jesus Christus in Christen.
Sichtbar vielleicht:
nur ein kleiner Funken.
Aber selbst dieser hat es in sich.

28. Groß-Klein

Ein Auto ist groß.
Ein Schlüsselloch ist kleiner.
Ein Schlüssel ist noch kleiner.
Ohne den kleinen Schlüssel
kann das Auto normal nicht in Bewegung gesetzt werden.

Ein kleiner Satz
kann das ganze Leben ändern,
kann meine Welten in Bewegung setzen:
Gott, komm, Jesus, ich komm!

29. Verrücktheiten

Verrücktheiten ergreifen manchmal ein Volk,
ergreifen manchmal ganze Völker.
Die Deutschen sind nicht unbedingt davor gefeit,
wie die Vergangenheit und Gegenwart zeigt.

30. Theodizee

Es gibt keine Antwort
auf die Theodizeefrage.
So heißt es.

Gott selbst ist die Antwort,
der in Jesus Christus zu finden ist.
Sich flüchten in Gottes Arme.

Du, Gott, schenkst Ruhe und Frieden
mir mit dir
für Seele, Geist und Körper.

31. Schamlos

Schamlos:
wenn Frieden als Unfrieden bezeichnet wird,
und Unfrieden als Frieden,
Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit,
und Gerechtigkeit als Ungerechtigkeit,
Recht zu Unrecht,
Unrecht zu Recht,
Freiheit als Unfreiheit und
Unfreiheit als Freiheit,
Wahrheit, die alle sehen können, als Lüge
und Lüge als Wahrheit bezeichnet wird –
auch dann ist die Demokratie gefährdet.

32. Theodizee

Manche Menschen fragen „Warum, Gott?“,
wenn es nicht so läuft, wie erwartet,
wenn es schlechter wird im Leben.
Ich verlasse Dich, Gott, …

Manche Menschen, die viel leiden,
fragen nicht „Warum, Gott?“,
sie danken Gott dafür,
dass er hilft, ihr Leiden zu bestehen.

33. Bekannt

Kommt uns Deutschen das alles nicht bekannt vor?
Grenze mit Schießbefehl = antifaschistischer Schutzwall;
Überwachung = Schutz der sozialistischen Ordnung,
Ausreiseverbot = Bindung an die Heimat;
gute Kritik = Hetze gegen das Proletariat.

Alle wussten: Das stimmt nicht!
Alle wussten, dass alle wussten: Das stimmt nicht!
Kluge lernten zwischen den Zeilen zu reden,
Angepasste sagten, was alle hören wollten,
Unkluge oder Wahrheit Liebende wurden sanktioniert.

34. Neues Jahr

Das neue Jahr –
beginnt täglich neu:
um die Hände und Sinne
zu öffnen für die Wunder,
um zu beenden Dinge,
die mich belasten.

Täglich neu werde ich gefragt:
Willst Du den Weg gehen mit Gott?
Willst Du Dinge beenden, die Dir schaden?
Willst Du Sinne öffnen, die Augen
für die Wunder, auch die kleinen,
die Dir geschenkt werden?

Täglich neu werde ich gefragt:
Willst Du, dass Gott mit Dir Deinen Weg geht?
Willst Du, dass er Dinge beendet, die Dir schaden?
Willst Du, dass er Dir Sinne und Augen öffnet,
für die Wunder, auch die kleinen,
die Dir geschenkt werden?

Täglich neu
beginnt Dein neues Jahr.

35. Leben

Es geht auch mir nicht darum, Angst zu schüren.
Es geht darum, klug das Leben zu leben,
Folgen des Handelns zu bedenken,
in Notlagen einander zu helfen –
alles so gut es eben geht –
und vor allem:
nicht resignieren!
C’est la vie humaine.

36. Gott geben

Ideologien fordern
den ganzen Menschen:
übergib dich der Weltanschauung,
die Menschen sich ausgedacht haben,
mit Haut und Haar, Herz und Gehirn,
damit sie dich am Leben lassen.

Christen wissen:
Nicht Menschen gebührt ihr Herz,
ihr ganzes Wesen.
Es gebührt dem Schöpfer,
dem Erhalter, dem Vollender:
Sie geben Gott, was Gott gehört.

37. Jesus bekämpfen

Warum wird gerade Jesus
vielfach verspottet, verhöhnt,
mit Füßen getreten, erniedrigt?
Warum gerade er?
Meine und vieler Sicht:
Weil der arrogante, sündige Mensch meint,
er könne sich über Gott erheben.
Indem er meint, sich über Gott zu erheben,
wird der Mensch klein, erschreckend klein,
zerstört sich selbst, negiert sein sein.
Bis er ernsthaft erschrocken erkennt:
Mein Gott, was mach ich bloß?

38. Augen auf!

„Singet, singet, singet
dem Herrn ein neues Lied,
denn er tut Wunder!“ (A. Stier – Psalm 98)

Augen auf!
Die Wunder sehen,
die Wunder wahrnehmen,
die der Herr tut!

39. Verfassung

Manchen steigt die Macht zu Kopfe,
bläht sie auf, macht sie größer und größer,
bis sie auf Bürger herabblicken,
und ihnen aufs Haupt spucken;
sie machen sich breiter und breiter,
bis Bürgern keine Atemluft mehr bleibt.
Unsere Verfassung ist eine Nadel,
die solchen Leuten einen Stich versetzen kann.
Sie muss genutzt werden.

40. Nach Gott fragen

So lange ein Mensch
nach Gott fragt,
übergibt er sich nicht
dem Nichts,
der Verlorenheit,
der Einsamkeit.

So lange ein Mensch
nach Gott fragt,
ist er Kind
der Hoffnung,
des Lebens,
des Vertrauens.

So lange ein Mensch
nach Gott fragt,
ist er offen
für Zukunft,
für Freiheit,
für Frieden.

41. Gutes

Viele schlimme Nachrichten
haben etwas Gutes:
Sie zeigen für manche äußerst leidvoll auf,
was schief läuft, was verbessert werden muss.
Sie zeigen auch äußerst freudvoll auf,
wie gut manche Menschen sind,
sie leuchten hell auf
angesichts all der Finstermenschen,
die versagten und versagen.

42. Kluge – Dumme

Kluge sind Beleidigung für Dumme.
Fleißige sind Beleidigung für Faule.
Wahrheitliebende sind Beleidigung für Lügner.
Christen sind Beleidigung für Nichtchristen.
Darum sei:
dumm,
faul,
Lügner,
Nichtchrist,
damit du wegen Beleidigung keinen Ärger kriegst.

Dumme sind Beleidigung für Kluge?
Faule sind Beleidigung für Fleißige?
Lügner sind Beleidigung für Wahrheitliebende?
Nichtchristen sind Beleidigung für Christen? Nein!
Sei
klug,
fleißig,
wahrheitliebend,
Christ,
damit du wegen Beleidigung Ärger kriegst.

43. Künstler und Gott

Ein Mensch,
der Kunst transzendieren will,
überfordert Kunstwerk
und Künstler.

Kunstwerke können
im Betrachter und Hörer
besondere Nerven treffen:
beglücken oder verstören;
Schönheit und Schrecken sich berühren.

Ein Christ,
der Kunst bewundert,
erkennt:
Kunst bleibt im Menschen stecken,
sie reicht nicht über ihn hinaus.

Und dankt Gott
für Kunstwerk
und Künstler.

44. Neuer Tag

Ein neuer Tag.
Das Leben neu beginnen?
Das Leben neu beginnen.

Ein neuer Tag.
Noch bin ich der Alte.
Noch eingebunden in alten Strukturen.

Einen neuen Tag
neu beginnen mit Gott,
damit er mit mir Neues beginnt.

Einen neuen Tag
bewusst vor Gott leben,
Gottes Wort hören, mit Gott reden.

Ein neuer Tag.
Neue Menschen suchen,
die mir guttun, die mir helfen.

Ein neuer Tag.
Mein Leben neu beginnen
mit Dir mein Gott – ich Dein Kind.