XXXIV. Gedichte für jeden Tag

1.4.2026

Verstand

Wenn Gott nicht
den Verstand ergreift,
kann der Verstand
nicht Gott ergreifen.

2. Geständnis

Ich muss gestehen
jegliche Rationalisierung des Glaubens
ist nicht weiterführend,
wenn nicht Gott selbst
Herz, Seele, Geist und Sinne ergreift.

Herz, Seele, Geist und Sinne ergriffen
von Gott selbst,
werden weitergeführt
durch Verstehen des Glaubens.
Muss ich gestehen.

3. Leben

Wenn ich Gott sage:
Ich übergebe Dir mein Leben,
Gott dann anders handelt,
als ich denke, als ich will, es mir vorstellte:
dann werde ich sauer
und fühle mich armselig aber schlauer.

Manche widerrufen
und wenden sich ab von Gott.
Jesus fragte seine Jünger:
Wollt ihr auch weggehen?
Sie blieben, sie wussten, ahnten,
was sie an Ihm hatten.

Ihr Leben war schwer, sehr schwer.
Aber sie gingen weiter,
weil Gott es war, heiter.
Sie wussten: Das Leben ist mehr.

4. Zirkelschlüsse

Wer die Welt erschaffen kann,
kann auch Mensch werden
in Jesus Christus.

Wer Mensch werden kann
in Jesus Christus,
kann auch die Welt erschaffen.

Zirkelschluss
der Liebe
Gottes.

5. Jesus Christus

Jesus Christus:

Nicht der Mensch ist Gott.
Nicht Gott ist Mensch.
Sondern: Gott wurde Mensch.

Verstehst Du nicht?
Gottes Liebe
vollbringt Wunder.

6. Demokratie

Demokratie
geht von unten nach oben.
Diktatur
geht von oben nach unten.
Das war einmal.

Heute heißt es:
Diktatur
geht von unten nach oben.
Demokratie
geht von oben nach unten.

Freiheit,
Rechtsstaatlichkeit,
Gerechtigkeit,
sie werden gnädigerweise von oben gewährt,
gehören nicht zum Wesen des Bürger-Staates.

Demokratie –
von unten nach oben, Leute,
von unten nach oben,
lasst euch nicht einschüchtern!

7. Zeit fliegt

Wie die Zeit fliegt!
Wer ist der Pilot?
Sitze ich und fliege einfach mit?
Weiß ich, wohin ich fliege?
Bin ich der Pilot,
der mal hierhin, mal dahin fliegt?
Bin ich der Pilot –
gelehrt von Gott?

8. Weg – Wahrheit – Leben

Jesus Christus ist
Weg – Wahrheit – Leben.

Das Echo der Christen:
Weg – Wahrheit – Leben.

Wer Jesus Christus folgt,
folgt diesen Weg mit anderen –
nicht den vielen Irrwegen.

Wer Jesus Christus folgt,
ist der Wahrheit verpflichtet –
nicht dem taktischen Lügen.

Wer Jesus Christus folgt,
lebt die Kultur des Lebens –
nicht die Kultur des Todes.

Weg – Wahrheit – Leben
ist aber allein: Jesus Christus.

9. Licht der Welt

Jesus lehrte:
Ihr seid das Licht der Welt.
Ihr, die um ihn herum waren:
Kranke und Gesunde,
Verzweifelte und Sichere,
Menschen, wie sie eben sind.

Diese sind wertvoll –
als Licht.
Aber auch:
Wer Licht ist,
lässt sich von Dunkelheit
nicht überwältigen.

Nicht, weil sie aus sich heraus strahlen
sondern weil in ihnen der strahlt,
der das Licht ist:
Jesus Christus.
Er strahlt durch sie,
indem er durch sie wirkt.

10. Bin ich derselbe?

Bin ich derselbe,
der ich vor einem Jahr war?

Oder bin ich mit Lebenserfahrung gewachsen?
Oder bin ich im Glauben gewachsen?
Bin ich geschrumpft?
Habe ich stagniert?

Der Apostel Paulus spricht häufiger davon,
dass der Glaube Mangel haben kann,
somit gestärkt werden muss,
dass Glaubende wie kleine Kinder Milch bekommen,
bevor sie feste Nahrung vertragen,
dass die Glaubenden im Glauben wachsen,
das ist Ziel seines Wirkens.
Das gute Werk beginnt Gott in Christen,
er wird es auch vollenden.

Bin ich derselbe,
der ich vor einem Jahr war?

11. Kennst du das Land?

Kennst du das Land
in dem Irrsinn gezüchtet,
gehätschelt und
getätschelt wird –
nicht zuletzt medial und
mit Steuergeldern?

„Kennst du das Land,
wo die Zitronen blüh´n“
lasst uns lieber davon Träumen –
ups,
dort kommt auch die alte Brut des Drachen,
der Traum zerplatzt –
oder Herausforderung?

12. Freiheit (2)

Gott schenkte Freiheit,
so berichtet uns Genesis 2-3
mit großer Weisheit.

Gott schenkte Freiheit –
was machen die Menschen?
Sie begeben sich in Gefangenschaft
in Fesseln des Bösen, der Sünde.

Gott schenkte Freiheit,
der Mensch ließ sich vom Bösartigen verführen.
Gott will neue Freiheit schenken
durch und in Jesus Christus.

Gott schenkt Freiheit
durch und in Jesus Christus –
was machen wir Menschen
heute?

13. Dienst

Jeder Mensch,
der an Christus glaubt,
der Christus nachfolgt
und versucht,
die Welt besser zu machen,
dient Christus.

An allen Orten,
an denen du stehst,
sei es im Irrtum,
sei es in Niederlagen,
sei es im Erfolg:
diene Christus.

Wer Christus dient,
ohne es zu merken,
dass er Christus dient,
dient Christus
von ganzem Herzen,
mit ganzer Seele.

Der Geist Gottes
durch ihn.

14. Freiheit 1

Freiheit ohne Gottes Weisheit
führt auf Irrwege oder:
man weiß nicht, welcher Weg richtig ist.

Die Dunkelheit der Unmenschlichkeit greift um sich,
die Finsternis der Zerstörung nimmt Raum ein,
das Herz findet Spaß in den Fesseln des Irrtums,

wenn das Licht der Weisheit Gottes,
geschenkt durch Gott, dem Heiligen Geist,
nicht die Freiheit durchleuchtet.

15. Unglaube

Manche meinen,
wenn sie nicht an Gott glauben,
würde es ihn nicht geben.

Das ist wie die kleinen Kinder,
die sich die Augen zuhalten und meinen,
man würde sie nicht sehen.

Halte ich meine Herzens-Augen zu,
sehe ich Gott nicht –
sieht Gott mich nicht?

16. Liebe Gottes

Wir Menschen verzweifeln manchmal am Menschen.
Mit bissigem Spott,
lachender Verbitterung,
mit mitleidigem Lächeln,
mit verzweifelter Erschütterung
begleiten wir ihn.

Wie ein Haufen Hühner,
wichtig vor sich hingackernd,
laut schreiend wegen eines gelegten Eies,
scharrend, sich vertreibend, einander hackend,
laut krähend der Hahn auf dem Hof,
Flügel schlagend.

Gott, wie mag der Mensch
erst aus Deiner Perspektive sein?
Jahrtausende immer das Gleiche.
Und dann hören wir von deiner Liebe,
deiner Liebe zu uns Menschen,
deiner Liebe zu mir, dem Individuum.

Wir fragen: Warum?
Nicht wegen des Leidens.
Wir fragen: Warum?
Warum du uns dennoch liebst.
In Jesus Christus für uns leidest,
ewiges Leben schenkst, ewig uns möchtest.

Warum diese Liebe?
Gott ist Liebe.
Unverständliche Liebe.
Unermessliche Liebe.
Die Schönheit der Liebe selbst.
Wer vermag es in Wörter zu fassen?

17. Frieden Gottes

Frieden Gottes
bedeutet nicht:
das Leben ist voller Ruhe,
das Leben plätschert dahin,
es gibt kein Chaos,
es gibt keine Fragen.

Frieden Gottes
bedeutet:
In all dem normalen Leben,
in all den Herausforderungen des Lebens,
in Gottes Frieden zu leben,
diesen aus Gottes Frieden heraus zu begegnen.

Frieden Gottes
bedeutet nicht:
Sich zum inneren Frieden zu zwingen,
sich selbst mit Scheinfrieden zu betrügen,
sich im Glaubensfrieden zu verkrampfen.

Frieden Gottes
bedeutet:
Sich dem Frieden Gottes auszusetzen,
sich in ihm hineinzubergen
und Gott in Unfrieden und Frieden wirken lassen.

18. Gegen den Wind

Manche Küstenvögel
ließen sich vom starken Wind,
wegpusten.

Manche Küstenvögel
konnten dem heftigen Wind
entgegenfliegen.

Es ging langsam
aber sie schafften es
geschickt.

Wie?
Weiß ich nicht.
Sie sind ein Gleichnis:

Den Wind kann keiner abstellen,
aber jeder kann wohl lernen,
gegen den Wind zu fliegen.

19. Aufregend und schön

Aufregend und schön
Menschen von Jesus Christus zu erzählen.
Aufregend und schön
Jesus Christus durch mich handeln zu lassen.
Aufregend und schön.

Manch Aufregendes und Schönes
blocke ich ab,
versinkt in mir ins Irgendwo.
Aufregend und schön,
aus Vergebung leben zu können

20. Gott ist

Hat Gott alles erschaffen?
Hat er es nicht? Ist alles Zufall?
Viel Spaß beim Grübeln.

Für Glaubende ist klar:
Es gibt Gott.
Warum?
Weil sie mit Gott eine LiebesBeziehung haben.

Wie bei jeder Beziehung:
Wir können uns gegen oder für Gott entscheiden.
Gott fragt uns in seiner vergebenden Liebe:
Entscheidest du dich gegen oder für mich?
Glaubende entscheiden sich für Gott,
weil Gott ist, existiert, erschaffen hat, erhält, liebt.

21. Spaltung

Moderne Antirassisten:
spalten.
Rassismus von anderer Seite wird gefördert.
Moderne Feministinnen:
spalten.
Trennung Frauen Männer wird gefördert.
Moderne Antisexisten:
spalten.
Sex wird Religion, Weltanschauung.
Moderne Anti-Hater:
spalten.
Sie unterscheiden sich in nichts von alten Hatern.
Moderne Wissenschaftsfanatiker:
spalten.
Wissenschaft wirkt nicht mehr differenzierend.
Moderne Regierungen:
spalten.
Gruppendenken dominiert.

22. Schuldig

Wenn die ÖRR etwas betonen –
dann rennen die Leut auf die Straße.
Wenn die ÖRR es verschweigen
oder nur am Rand erwähnen,
sind sie lieber still?

Sind die Straßengeher
dann ernst zu nehmen,
wenn es Zwei-Klassen-Opfer gibt:
Die einen werden verschwiegen,
für die andern wird man laut?

Wer meint, er sei ein besserer Mensch,
wer die Schuld bei anderen sucht,
hat nur noch nicht begriffen,
was für ein Mensch er ist:
Einer, der auch schuldig ist und wird.

23. Nachfolge

Wer als Christ
mit Christen und Kirchen
unzufrieden ist,
weiß,
was er tun muss:
Jesus Christus nachfolgen,
in seinem Geist leben.

24. Arbeit

Viele wundern sich, dass es im Land nicht mehr klappt.
Aus meiner Sicht ist das auch eine Folge der Abwendung vom christlichen Glauben.
Denn dieser hat eine ganz besondere Arbeitsmoral im Blick
und auch mit Blick auf das Tragen von Verantwortung hat er Besonderheiten:

Wir arbeiten nicht für uns selbst
sondern vor Gott für andere.
Wir sind nicht von unseren Launen abhängig,
sondern abhängig vom Willen Gottes.

Es geht nicht (in erster Linie) um:
Selbstverwirklichung,
Karriere,
Geld,
Ansehen,
Work-Life-Balance,
Harmonie,
Arbeitsvertrag,
Sinnsuche.

Es geht darum:
Gott beruf-t mich zu dem Dienst.
Er begabt mich zu bestimmter Arbeit.
Er ist der Sinn des Lebens – nicht die Arbeit,
trägt Arbeit zum Sinn bei, ist das schön.
Mit Gott wird die Arbeit angegangen,
mit Gott wird die Arbeit vollbracht,
mit Gott wird die Arbeit beendet.

Und viele müssen einfach arbeiten,
tun, was sich ihnen bietet,
um sich und die Familie ernähren zu können.
Arbeit ist keine masochistische Selbstbestrafung,
aber häufig auch unangenehm und sehr schwer.
Es gilt im christlichen Leben:
Mit Gott wird die Arbeit angegangen,
mit Gott wird die Arbeit vollbracht,
mit Gott wird die Arbeit beendet.

Und so ist zu fragen:
Was tut mir,
was tut meiner Familie,
was tut meinem weiteren Umfeld,
was tut der Gesellschaft gut –
und: Was ist notwendig?
Was ist Gottes Wille?

25. Krieg

Lasst euch nicht unterkriegen von Krieg und Kriegsgeschrei,
lasst euch nicht unterkriegen von den Menschen, die ständig mit Weltuntergängen drohen und Ängste schüren.

Ausgeliefert sind wir heute vielen Medien und Parteien, die davon leben, Angst zu machen.
Die mit Ängsten um Wählerstimmen werben, die mit Ängsten ihr Geld verdienen wollen.

Wachsam sein, ja. Sehr wachsam sein sogar.
Wachsam sein gegen Gottlosigkeit, gegen Machtmissbrauch, gegen Tricksereien und Manipulationen, gegen Propaganda.

Ja, wachsam sein – aber nicht unterkriegen lassen.
Seine Seele nicht deprimieren lassen,
sich nicht lähmen lassen, Gottes Willen zum Guten der Menschen zu tun. 

26. Wahrheit

Die Wahrheit wird euch frei machen,
sagt Jesus Christus (Johannes 8,31f.).

Die Lüge macht nicht frei.
Der Druck macht nicht frei.
Sorgen machen nicht frei.
Pläne machen nicht frei.
Gedanken machen nicht frei,
Gruppen machen nicht frei
Geld macht nicht frei.

Die Wahrheit wird euch freimachen.
Die Wahrheit des Wortes Jesu macht frei,
denn die Worte Jesu lassen die Wahrheit erkennen.
Die Worte Jesu lassen Gott, ihn selbst und den Geist erkennen.

Wovon befreit die Wahrheit?
Vom Mitlaufen mit herrschenden Meinungen und Zwängen,
vom kollektiven Irrtum und falschen Zielen,
dem wirren Denken über sich selbst, über Gott.
Die Freiheit führt zum Vertrauen in Gott,
zu einem freien Leben in dieser Freiheit.

27. Gelungenes Leben

Es sind nicht selten die Vorstellungen
von einem gelungenen, schönen, guten, erfolgreichem Leben,
die ein Leben erschweren, unzufrieden machen, niederdrücken.
Menschen, die ihren Lebensweg aus Gottes Hand nehmen,
haben eine andere Perspektive:
Es geht nicht um ein äußerlich gesehen gutes Leben –
es geht darum, um ein Leben aus Gottes Hand zu führen.

28. Kinder der Finsternis

Bösartige Menschen
lassen sich nicht so schnell
besiegen und unterwerfen.

Bösartig und stark ist die Macht,
der sie gehören,
der sie sich verschrieben haben.

Die Klugheit und Macht
der Kinder der Finsternis
darf man nicht unterschätzen.

29. Empfindlichkeit

Haben wir es mit importierter
neuer Deutscher Empfindlichkeit zu tun?

Im Deutschen kennen wir massive Schimpfwörter.
Sie sollen nicht verteidigt werden,
aber wir scheinen einmal
ein unempfindlicheres Volk gewesen zu sein.

Schimpfwörter: Abbau von Stress,
drücken Emotionen aus,
markieren Beziehungen,
Ventil für Konflikte.

Eine Frage der Ehre – reagieren mit:
Gewalttaten, Duelle, Anzeigen.
Ehre verteidigt man heute nicht mit:
Gewalttaten, Duellen, Anzeigen.

Den ehrenhaften Menschen kennzeichnet:
Coolness, müdes lächeln über Beleidigungen,
das Wissen: Beleidigende entehren sich selbst,
man steht drüber, ist nicht so niveaulos.
Selbstkontrolle und Gelassenheit zeigen Stärke.

30. Innehalten

Und mittendrin im Alltag
innehalten,
Augen schließen,
innen aufblicken
zu Dir, mein Gott,
Dich dankbar fühlen.