XXXIV. Gedichte für jeden Tag
1.1.2026
Verstand
Wenn Gott nicht
den Verstand ergreift,
kann der Verstand
nicht Gott ergreifen.
2. Geständnis
Ich muss gestehen
jegliche Rationalisierung des Glaubens
ist nicht weiterführend,
wenn nicht Gott selbst
Herz, Seele, Geist und Sinne ergreift.
Herz, Seele, Geist und Sinne ergriffen
von Gott selbst,
werden weitergeführt
durch Verstehen des Glaubens.
Muss ich gestehen.
3. Leben
Wenn ich Gott sage:
Ich übergebe Dir mein Leben,
Gott dann anders handelt,
als ich denke, als ich will, es mir vorstellte:
dann werde ich sauer
und fühle mich armselig aber schlauer.
Manche widerrufen
und wenden sich ab von Gott.
Jesus fragte seine Jünger:
Wollt ihr auch weggehen?
Sie blieben, sie wussten, ahnten,
was sie an Ihm hatten.
Ihr Leben war schwer, sehr schwer.
Aber sie gingen weiter,
weil Gott es war, heiter.
Sie wussten: Das Leben ist mehr.
4. Zirkelschlüsse
Wer die Welt erschaffen kann,
kann auch Mensch werden
in Jesus Christus.
Wer Mensch werden kann
in Jesus Christus,
kann auch die Welt erschaffen.
Zirkelschluss
der Liebe
Gottes.
5. Jesus Christus
Jesus Christus:
Nicht der Mensch ist Gott.
Nicht Gott ist Mensch.
Sondern: Gott wurde Mensch.
Verstehst Du nicht?
Gottes Liebe
vollbringt Wunder.
6. Demokratie
Demokratie
geht von unten nach oben.
Diktatur
geht von oben nach unten.
Das war einmal.
Heute heißt es:
Diktatur
geht von unten nach oben.
Demokratie
geht von oben nach unten.
Freiheit,
Rechtsstaatlichkeit,
Gerechtigkeit,
sie werden gnädigerweise von oben gewährt,
gehören nicht zum Wesen des Bürger-Staates.
Demokratie –
von unten nach oben, Leute,
von unten nach oben,
lasst euch nicht einschüchtern!
7. Zeit fliegt
Wie die Zeit fliegt!
Wer ist der Pilot?
Sitze ich und fliege einfach mit?
Weiß ich, wohin ich fliege?
Bin ich der Pilot,
der mal hierhin, mal dahin fliegt?
Bin ich der Pilot –
gelehrt von Gott?
8. Weg – Wahrheit – Leben
Jesus Christus ist
Weg – Wahrheit – Leben.
Das Echo der Christen:
Weg – Wahrheit – Leben.
Wer Jesus Christus folgt,
folgt diesen Weg mit anderen –
nicht den vielen Irrwegen.
Wer Jesus Christus folgt,
ist der Wahrheit verpflichtet –
nicht dem taktischen Lügen.
Wer Jesus Christus folgt,
lebt die Kultur des Lebens –
nicht die Kultur des Todes.
Weg – Wahrheit – Leben
ist aber allein: Jesus Christus.
9. Licht der Welt
Jesus lehrte:
Ihr seid das Licht der Welt.
Ihr, die um ihn herum waren:
Kranke und Gesunde,
Verzweifelte und Sichere,
Menschen, wie sie eben sind.
Diese sind wertvoll –
als Licht.
Aber auch:
Wer Licht ist,
lässt sich von Dunkelheit
nicht überwältigen.
Nicht, weil sie aus sich heraus strahlen
sondern weil in ihnen der strahlt,
der das Licht ist:
Jesus Christus.
Er strahlt durch sie,
indem er durch sie wirkt.
10. Bin ich derselbe?
Bin ich derselbe,
der ich vor einem Jahr war?
Oder bin ich mit Lebenserfahrung gewachsen?
Oder bin ich im Glauben gewachsen?
Bin ich geschrumpft?
Habe ich stagniert?
Der Apostel Paulus spricht häufiger davon,
dass der Glaube Mangel haben kann,
somit gestärkt werden muss,
dass Glaubende wie kleine Kinder Milch bekommen,
bevor sie feste Nahrung vertragen,
dass die Glaubenden im Glauben wachsen,
das ist Ziel seines Wirkens.
Das gute Werk beginnt Gott in Christen,
er wird es auch vollenden.
Bin ich derselbe,
der ich vor einem Jahr war?
11. Kennst du das Land?
Kennst du das Land
in dem Irrsinn gezüchtet,
gehätschelt und
getätschelt wird –
nicht zuletzt medial und
mit Steuergeldern?
„Kennst du das Land,
wo die Zitronen blüh´n“
lasst uns lieber davon Träumen –
ups,
dort kommt auch die alte Brut des Drachen,
der Traum zerplatzt –
oder Herausforderung?
12. Freiheit (2)
Gott schenkte Freiheit,
so berichtet uns Genesis 2-3
mit großer Weisheit.
Gott schenkte Freiheit –
was machen die Menschen?
Sie begeben sich in Gefangenschaft
in Fesseln des Bösen, der Sünde.
Gott schenkte Freiheit,
der Mensch ließ sich vom Bösartigen verführen.
Gott will neue Freiheit schenken
durch und in Jesus Christus.
Gott schenkt Freiheit
durch und in Jesus Christus –
was machen wir Menschen
heute?
13. Dienst
Jeder Mensch,
der an Christus glaubt,
der Christus nachfolgt
und versucht,
die Welt besser zu machen,
dient Christus.
An allen Orten,
an denen du stehst,
sei es im Irrtum,
sei es in Niederlagen,
sei es im Erfolg:
diene Christus.
Wer Christus dient,
ohne es zu merken,
dass er Christus dient,
dient Christus
von ganzem Herzen,
mit ganzer Seele.
Der Geist Gottes
durch ihn.
14. Freiheit 1
Freiheit ohne Gottes Weisheit
führt auf Irrwege oder:
man weiß nicht, welcher Weg richtig ist.
Die Dunkelheit der Unmenschlichkeit greift um sich,
die Finsternis der Zerstörung nimmt Raum ein,
das Herz findet Spaß in den Fesseln des Irrtums,
wenn das Licht der Weisheit Gottes,
geschenkt durch Gott, dem Heiligen Geist,
nicht die Freiheit durchleuchtet.
15. Unglaube
Manche meinen,
wenn sie nicht an Gott glauben,
würde es ihn nicht geben.
Das ist wie die kleinen Kinder,
die sich die Augen zuhalten und meinen,
man würde sie nicht sehen.
Halte ich meine Herzens-Augen zu,
sehe ich Gott nicht –
sieht Gott mich nicht?
16. Liebe Gottes
Wir Menschen verzweifeln manchmal am Menschen.
Mit bissigem Spott,
lachender Verbitterung,
mit mitleidigem Lächeln,
mit verzweifelter Erschütterung
begleiten wir ihn.
Wie ein Haufen Hühner,
wichtig vor sich hingackernd,
laut schreiend wegen eines gelegten Eies,
scharrend, sich vertreibend, einander hackend,
laut krähend der Hahn auf dem Hof,
Flügel schlagend.
Gott, wie mag der Mensch
erst aus Deiner Perspektive sein?
Jahrtausende immer das Gleiche.
Und dann hören wir von deiner Liebe,
deiner Liebe zu uns Menschen,
deiner Liebe zu mir, dem Individuum.
Wir fragen: Warum?
Nicht wegen des Leidens.
Wir fragen: Warum?
Warum du uns dennoch liebst.
In Jesus Christus für uns leidest,
ewiges Leben schenkst, ewig uns möchtest.
Warum diese Liebe?
Gott ist Liebe.
Unverständliche Liebe.
Unermessliche Liebe.
Die Schönheit der Liebe selbst.
Wer vermag es in Wörter zu fassen?
17. Frieden Gottes
Frieden Gottes
bedeutet nicht:
das Leben ist voller Ruhe,
das Leben plätschert dahin,
es gibt kein Chaos,
es gibt keine Fragen.
Frieden Gottes
bedeutet:
In all dem normalen Leben,
in all den Herausforderungen des Lebens,
in Gottes Frieden zu leben,
diesen aus Gottes Frieden heraus zu begegnen.
Frieden Gottes
bedeutet nicht:
Sich zum inneren Frieden zu zwingen,
sich selbst mit Scheinfrieden zu betrügen,
sich im Glaubensfrieden zu verkrampfen.
Frieden Gottes
bedeutet:
Sich dem Frieden Gottes auszusetzen,
sich in ihm hineinzubergen
und Gott in Unfrieden und Frieden wirken lassen.
18. Gegen den Wind
Manche Küstenvögel
ließen sich vom starken Wind,
wegpusten.
Manche Küstenvögel
konnten dem heftigen Wind
entgegenfliegen.
Es ging langsam
aber sie schafften es
geschickt.
Wie?
Weiß ich nicht.
Sie sind ein Gleichnis:
Den Wind kann keiner abstellen,
aber jeder kann wohl lernen,
gegen den Wind zu fliegen.
19. Aufregend und schön
Aufregend und schön
Menschen von Jesus Christus zu erzählen.
Aufregend und schön
Jesus Christus durch mich handeln zu lassen.
Aufregend und schön.
Manch Aufregendes und Schönes
blocke ich ab,
versinkt in mir ins Irgendwo.
Aufregend und schön,
aus Vergebung leben zu können