Der Monatsspruch für den Januar lautete:

 

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,

sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

 

Der Apostel macht deutlich: Resignation gilt nicht! Angst und Mutlosigkeit – gelten nicht! Verzweiflung – das ist auch nicht von Gott!

 

Vieles, was in den letzten Monaten auf unser Land, auf Europa und auf die Welt zugekommen ist, ist äußerst schlimm. Undenkbare Grausamkeiten geschehen. So etwas geschah geschichtlich gesehen häufig.Doch wird dachten: Das, im 21. Jahrhundert? Unmöglich! Wir sind modern, wir schaffen eine neue Weltordnung des Friedens und der Gerechtigkeit, der Mensch ist gut, er muss nur wollen – wir schaffen das!

 

Dieser Glaube an den Menschen zerbricht. Man dachte sich etwas schön, was nicht schön ist. Der Mensch hat seine bösartigen Seiten – und diese brechen nun weltweit mit aller Macht hervor. Dieses Verzweifeln an den Menschen nennt man „Anthropodizee“. Man dachte, der Mensch sei gut – und man entdeckt: So einfach ist der Mensch nicht.

 

Wir sehen genauer hin und entdecken: Es war eigentlich nur in weiten Teilen Europas und Nordamerikas gut. Weltweit wurden und werden Menschen ausgebeutet, erniedrigt, sexuell vergewaltigt, als Sklaven gejagt und verkauft – man spricht vom Wegwerfmenschen.

 

So war es auch zur Zeit der ersten Christen, zur Zeit der Apostel. Christen haben gelernt, dass der Mensch ein zwiespältiges Wesen ist. Der Mensch ist gefangen in sich selbst, verstrickt in seinen Trieben, dem gesellschaftlichen Anpassungsdruck, sein Verstand ist hin und her gerissen. Und das alles nicht erst seit heute. Man muss gar nicht an die Grausamkeiten der Ideologien denken, viele haben es auch in ihrem eigenen Leben erfahren, an anderen gesehen und in sich selbst gespürt: das von Menschen zugefügte Leiden, die Erniedrigungen, das bösartige Gelächter, schlimme Gerüchte...

 

Europa hat sich in vielen harten Auseinandersetzungen Werte erkämpft: Freiheit, Gleichheit von Mann und Frau, Gleichheit vor dem Gesetz, respektvoller Umgang mit Menschen, die eine andere Meinung haben, eine andere Religion oder Weltanschauung, Recht und Streben nach Gerechtigkeit haben sich vielfach durchgesetzt. Wird dem so bleiben? Werden wir alles verlieren? Werden wir es weiter entwickeln können?

 

Was Christen betrifft, wenn sie sich an Jesus Christus halten: Sie kämpfen seit 2000 Jahren. Jeder an seinem Platz in der Gesellschaft, ohne sich unterkriegen zu lassen, ohne in der Sache nachzugeben, phantasievoll, liebend, friedlich, ohne Gewalt und ohne andere und sich selbst zu erniedrigen, ob andere darüber lachen oder Gerüchte streuen, ob sie das für dumm, nicht modern, nicht angepasst ansehen.

 

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,

sondern den Geist

der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

 

Gott wird seinen Willen durchsetzen. Das wissen wir. Die Frage ist nur: Ohne uns oder mit uns?