Autor für Lebenserinnerungen

Das ist eine der großen Besonderheiten des Menschen: Er kann sich erinnern. Erinnern bedeutet nicht nur, aus Fehlern zu lernen. Erinnern bedeutet, einen längeren Lebensabschnitt zu reflektieren - und diese Reflektion hat es in sich:

- Sie kann bedrängend wirken, weil wir Schuld auf uns geladen, versagt haben. Warum auch immer: sei es aus Unachtsamkeit, aus Übermut, vielleicht auch, weil man diesen Weg gehen musste. Das Erinnern lässt dann aber nicht nur den Blutdruck steigen, sondern manchmal auch einen Weg finden, mit dieser Schuld umzugehen. Das gilt auch für Erinnerungen an das, was andere Menschen mir angetan haben. Bedrängende Erinnerungen können ihre Macht verlieren.
- Erinnerung kann traurig machen, weil wir mit dem Weg, den wir gegangen sind, rückblickend nicht mehr einverstanden sind. Es gab Weichen - und der Weg lief in eine andere Richtung, in eine Richtung, die ich heute bedaure. Bewusste Erinnerung hilft, diese Weichenstellungen nachzuvollziehen und sich vielleicht mit ihnen zu versöhnen.
- Erinnerung kann beglücken. Ich sehe in mein Leben zurück und sehe, was mir gelungen ist. Durch alle Lebenskämpfe hindurch ist es mir gelungen, etwas auf die Beine zu stellen, durchzuhalten, mich immer wieder aufzurappeln und stark zu sein.
In den Erinnerungen können schöne Ereignisse nicht nur in Gedanken nachvollzogen werden, sondern Düfte werden gegenwärtig, alte Gefühle sind wieder da, das Erfahrene ist zum Greifen nah.
- Menschen leben aus den Erfahrungen, die ihre Vorfahren gemacht haben. Neue Erfindungen basieren auf den alten Erfindungen. Neue Ideen haben ihre Keime in den alten Ideen. Darum ist es so wertvoll, wenn ich andere von meinen Erfahrungen profitieren lasse.

Wenn wir uns erinnern, dann strömen jedoch die Bilder, Gedanken, Gefühle der Vergangenheit auf uns ein. Sie wollen geordnet sein, sie wollen ausgewählt und konzentriert sein. Ein ganzes Leben kann man nicht weitergeben. Es können nur einzelne wichtige Ereignisse beleuchtet werden.

Erinnerungen sind vielfältig und bunt
wie eine Sommerwiese.
Eine Biographie ist wie ein Garten,
in dem Blumen und Gräser übersichtlicher sind.

Erinnerungen sind unübersichtlich
wie technische Geräte.
Eine Biographie ist wie ein Konstruktionsplan,
den andere verstehen können.

Nicht nur am Lebensende werden Biographien wertvoll, sondern auch an Lebensabschnitten: Geburtstagen, Wechsel des Arbeitsplatzes, Krankheiten, neuer Liebe, Geburt eines Kindes ... Menschen blicken auch auf kürzere Abschnitte zurück, um sie zu ordnen. Sie stellen auch einfach die Frage: Was soll mein Kind einmal von mir wissen, wenn ich nicht mehr bin? Und so können Lebensabschnittsbiographien entstehen. Sie haben nicht den Charakter, dass damit alles gesagt sei. Sie gehören selbst zu dem Lebensabschnitt, auf den wir zurückblicken.
- Meine Lebenserinnerungen aufschreiben – wozu?
- Wo waren Höhepunkte und Wendepunkte in meinem Leben?
Wir denken einmal gemeinsam darüber nach.
- Was will ich meinen Kindern weitergeben?
Reden wir darüber, dann klärt sich so manches.